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Taliban rächen sich mit Bomben für Swat-Offensive

Anschlag in PakistanGroßansicht
Islamabad (dpa) - Einen Tag nach dem verheerenden Terroranschlag in Lahore hat eine Serie von Bombenexplosionen in Pakistans unruhiger Nordwest-Provinz mindestens 15 weitere Menschenleben gefordert.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, detonierten zunächst zwei Sprengsätze auf belebten Märkten im Zentrum der Provinzhauptstadt Peshawar. Mehrere Zivilisten seien getötet und mehr als 70 Verletzte in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Wenig später sprengte sich ein Selbstmordattentäter an einem Polizeiposten am Stadtrand in die Luft und riss mehrere Polizisten mit in den Tod. Nach Medienberichten wurden sechs weitere Sicherheitskräfte verletzt.

Die Regierung machte die radikal-islamischen Taliban für die Bombenserie verantwortlich. Wenige Stunden zuvor hatten sich die Aufständischen auch zu dem Blutbad im ostpakistanischen Lahore bekannt, bei dem am Mittwoch nach jüngsten Behördenangaben 24 Menschen getötet und mehr als 250 weitere verletzt worden waren. «Wir übernehmen die Verantwortung für den Anschlag in Lahore», erklärte der Taliban-Kommandeur Hakimullah Mehsud am Donnerstag vor Reportern. Die Tat sei aus «Rache» für die Militäroffensive im Swat-Tal erfolgt. Der Kommandeur gilt als enger Vertrauter des Extremisten-Führers Baitullah Mehsud, dessen Bewegung Tehrik-e-Taliban für zahlreiche blutige Anschläge in Pakistan verantwortlich gemacht wird.

«Wir stellen uns der Situation und haben keine Angst, denn die Taliban werden bald besiegt sein», erklärte der Informationsminister der Nordwest-Grenzprovinz, Mian Iftikhar Hussain, in Peshawar. Die Bürger rief Hussain zu Geschlossenheit im Kampf gegen die Aufständischen auf. Nach Angaben der Polizei in Peshawar töteten Sicherheitskräfte mindestens zwei mutmaßliche Extremisten, die an den Anschlägen im Stadtzentrum beteiligt gewesen sein sollen. Zwei weitere Männer seien festgenommen worden, hieß es. Augenzeugen berichteten von einer heftigen Schießerei in der Nähe des Tatorts.

Regierungstruppen gingen auch am Donnerstag gegen Stellungen der Aufständischen in Swat sowie in den Nachbardistrikten Buner und Dir vor. Ein Armeesprecher sagte, bei Gefechten seien sieben Extremisten und vier Soldaten getötet worden. Seit Anfang Mai kamen bei der Offensive in der nördlich von Peshawar gelegenen Gebirgsregion mehr als 1100 Taliban und etwa 60 Soldaten ums Leben. Mehr als zwei Millionen Zivilisten sind auf der Flucht.

Konflikte / Pakistan
28.05.2009 · 20:09 Uhr
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