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Taliban: «Islamistische «Gotteskrieger»

Hamburg (dpa) - Der Begriff Taliban («Koranschüler») hat sich als Bezeichnung für die islamistischen Aufständischen in Afghanistan eingebürgert.

Die «Gotteskrieger» von Mullah Omar, dessen Führungsrat die Bewegung aus Pakistan heraus lenken soll, kämpfen für einen Abzug der ausländischen Soldaten und den Sturz der Regierung Karsai.

Sie wollen wieder ihr Islamisches Emirat Afghanistan errichten. Bis 2001 hatten die Taliban die Macht über das Land am Hindukusch.

Maßstab aller Ordnung ist für sie eine besonders strenge Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts. Gegründet wurde die Bewegung von Absolventen pakistanischer und afghanischer Koranschulen. Die Taliban sind Sunniten, wie die Mitglieder aller derzeit international operierender islamistischer Terrorgruppen. Im Afghanistan-Konflikt sind sie für die meisten zivilen Opfer verantwortlich, da sie bei Anschlägen und Angriffen keine Rücksicht auf Unbeteiligte nehmen.

Die Taliban konnten sich nach dem Sturz ihres Regimes wieder zu einer schlagkräftigen Guerillatruppe formieren. Trotz mehr als 100 000 ausländischer Soldaten im Land sind sie seit einigen Monaten stark wie nie zuvor. Schätzungen über die Zahl ihrer Stärke reichen von 10 000 bis hin zu mehreren zehntausend Kämpfern.

Ein Grund dafür ist auch die Enttäuschung vieler Afghanen über die politische und wirtschaftliche Lage im Land. Weit verbreitete Korruption in Politik und Verwaltung sowie schleppender Wiederaufbau haben den Aufständischen in den vergangenen Jahren erheblich Zulauf verschafft.

Konflikte / Afghanistan
07.08.2010 · 22:09 Uhr
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