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Taliban-Drohungen begleiten Stichwahl in Afghanistan

Wahlhelfer transportieren Wahlunterlagen zu den Wahllokalen.
Kabul (dpa) - Nach der umstrittenen ersten Runde der Präsidentenwahl in Afghanistan hat am Samstag die Kampagne für die Stichwahl begonnen. In der zweiten Runde stehen sich am 7. November Amtsinhaber Hamid Karsai und sein Herausforderer Abdullah Abdullah gegenüber.

Die radikal-islamischen Taliban drohten unterdessen, die Stichwahl verhindern oder zumindest stören zu wollen.

In der ersten Runde waren massive Wahlfälschungen zugunsten von Karsai bekanntgeworden. Das zunächst veröffentlichte Endergebnis von 54,6 Prozent für den Präsidenten wurde deshalb auf unter 50 Prozent korrigiert. Dennoch lag Karsai auch nach Abzug gefälschter Stimmen noch fast 20 Prozentpunkte vor Abdullah Abdullah. Er geht damit als klarer Favorit in die Stichwahl. «Wir werden diesmal auf Großveranstaltungen verzichten», sagte ein Sprecher der Karsai-Kampagne am Samstag. Die Kandidaten hätten bereits in der ersten Runde hinreichend Gelegenheit gehabt, sich zu präsentieren.

Unsicher ist, ob viele Afghanen an der zweiten Runde überhaupt teilnehmen. Schon im August war die Wahlbeteiligung mit knapp 38 Prozent gering gewesen. Vielfach hatten die Taliban mit Überfällen und Anschlägen für ein Fernbleiben der Bürger von den Urnen gesorgt. In einer am Samstag auf einer Website verbreiteten Erklärung wurden alle Afghanen aufgefordert, sich nicht an dem «US-geführten» Wahlgang zu beteiligen. Sollte jemand bei der Abstimmung verletzt werden, sei er angesichts der deutlichen Warnungen dafür «selbst verantwortlich». Nach der Abstimmung im August hatten Wahlbeobachter berichtet, Aufständische hätten Wählern den bei der Stimmabgabe mit nicht abwaschbarer Tinte markierten Finger abgehackt.

Im Ausland wird die zweite Runde intensiv beobachtet. Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) hatte bereits am Wochenende angekündigt, nach dem massiven Wahlbetrug in der ersten Runde würden bei der Stichwahl rund 200 und damit mehr als die Hälfte der Distriktchefs der afghanischen Wahlkommission ersetzt.

Konflikte / Wahlen /   / Afghanistan
24.10.2009 · 15:38 Uhr
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