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Syrische Rebellen kündigen Waffenruhe auf

Anfang Mai: Der UN-Konvoi macht sich in Damaskus auf den Weg nach Homs. Foto: Youssef Badawi / ArchivGroßansicht

Istanbul/Damaskus/Doha (dpa) - In den Hochburgen der syrischen Protestbewegung nimmt die Intensität der Gefechte zwischen den Regierungstruppen und den Rebellen zu.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) setzt trotzdem weiterhin auf eine politische Lösung. Die internationale Gemeinschaft müsse sich darum bemühen, dem Friedensplan von Sondervermittler Kofi Annan «mehr Nachdruck» zu verleihen, sagte Westerwelle am Dienstag in Doha, der Hauptstadt des Golf-Staates Katar.

«Mein Eindruck ist, dass alle ein Interesse daran haben, dass der Plan von Kofi Annan eine Chance bekommt», sagte Westerwelle. Zugleich räumte er ein: «Bislang kann man nicht feststellen, dass die Gewalt ausreichend eingestellt worden ist.» Nach Schätzungen wurden allein seit Beginn der offiziellen «Waffenruhe» Mitte April in Syrien mehr als 2100 Menschen getötet.

Die Krise in Syrien war auch eines der zentralen Themen der Gespräche von Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao und Russlands Präsident Wladimir Putin in Peking. Die UN-Vetomächte Russland und China blockieren im Weltsicherheitsrat einen schärferen Kurs gegen die Führung in Damaskus.

Syrische Aktivisten berichteten am Dienstag von Kämpfen in den Provinzen Idlib, Daraa und Damaskus-Land. Am Vortag seien 40 Menschen von den Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad getötet worden. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter zählte insgesamt 23 namentlich bekannte Tote, darunter zwei Kämpfer einer Oppositionsbrigade.

Vertreter des syrischen Widerstandes hatten in den vergangenen Tagen erklärt, sie fühlten sich nicht mehr an den Friedensplan des UN-Vermittlers Kofi Annan gebunden, weil Assad seinen Teil der Vereinbarung nicht eingehalten habe.

Auf einer Islamisten-Website tauchte unterdessen eine Erklärung im Namen der Front der Siegreichen («Dschabhat al-Nusra») auf. Darin hieß es, die Gruppe habe am 29. Mai in der Provinz Deir as-Saur 13 Angehörige der Sicherheitskräfte und der Schabiha-Miliz «hingerichtet». Diese Front der Siegreichen verbreitet ihre Erklärungen in denselben Foren, die auch Botschaften von Al-Kaida und anderen Terrororganisationen veröffentlichen.

Ein Sprecher der Front der Syrischen Revolutionäre, die am Montag in Istanbul als Zusammenschluss bewaffneter Widerstandsbrigaden mit islamischem Hintergrund gegründet worden war, sagte dazu auf Anfrage: «Wir haben Vertreter dieser Front der Siegreichen nie gesehen und können über ihre Identität nichts sagen.»

Konflikte / Syrien
05.06.2012 · 14:05 Uhr
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