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Syrien tritt Chemiewaffen-Konvention bei

Vernichtung von ChemiewaffenGroßansicht

Istanbul/Den Haag (dpa) - Nach zähem Ringen und massivem Druck ist Syrien offiziell der internationalen Chemiewaffen-Konvention beigetreten.

Das verkündete die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) am Montag in Den Haag. 60 Experten von OPCW und Vereinten Nationen arbeiten bereits vor Ort an der Vernichtung des syrischen Arsenals. Die Bundeswehr bereitet derzeit 24 weitere Inspekteure bei einem Lehrgang im bayerischen Hammelburg auf kritische Situationen bei ihrem Einsatz vor.

Die OPCW, die in der vergangenen Woche mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist verantwortlich für die Umsetzung der 1997 in Kraft getretenen Konvention. Diesem Abkommen zum Abbau von C-Waffen haben sich nunmehr 190 Länder angeschlossen.

Anlass für den Beitritt Syriens war ein Giftgasangriff im August in der Nähe von Damaskus, bei dem etwa 1400 Menschen getötet worden waren. Unter Druck Russlands und der USA stimmte das Regime von Baschar al-Assad - das die Verantwortung für das Massaker von sich wies - schließlich der Vernichtung des C-Waffenarsenals zu.

Die Lage im Bürgerkriegsland wird derweil auch für internationale Helfer immer gefährlicher. Am Sonntag wurden sieben Mitarbeiter vom Roten Kreuz und Roten Halbmond von Bewaffneten verschleppt. Am Montag kamen vier von ihnen wieder frei, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigte. Das Schicksal der übrigen drei IKRK-Mitarbeiter blieb zunächst ungewiss.

Die sechs Rot-Kreuz-Mitarbeiter sowie ein Helfer des Roten Halbmonds waren in der nördlichen Provinz Idlib verschleppt worden. Die Provinz wird zu großen Teilen von Rebellen kontrolliert. Staatliche syrische Medien machten «Terroristen» für die Entführung verantwortlich. Die syrischen Menschenrechtsbeobachter erklärten, die Al-Kaida-nahe Kampfbrigade Islamischer Staat im Irak und Syrien stecke hinter der Tat.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes erklärte, dass es trotz der widrigen Umstände an der Arbeit in dem Land festhalte. So seien innerhalb von 24 Stunden mehr als 2000 Frauen, Kinder und Alte aus der seit vielen Monaten belagerten Ortschaft Muadamijeh im Umland von Damaskus evakuiert worden, erklärte die Organisation. IKRK-Helfer hätten die Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Wasser versorgt.

Im Ort Darkusch in der Provinz Idlib wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 27 Menschen bei einem Anschlag getötet. Ein mit Sprengkörpern versehenes Auto sei in der Region unweit der türkischen Grenze explodiert. Die Opposition machte das Regime in Damaskus für den Anschlag verantwortlich.

Der Aufstand gegen Assad in Syrien hat nach UN-Schätzungen mehr als 100 000 Menschen das Leben gekostet. Nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe sind vier Millionen Syrer inzwischen auf Lebensmittelhilfen angewiesen.

Konflikte / Syrien
14.10.2013 · 17:55 Uhr
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