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Suu Kyis Urteil soll am Freitag gesprochen werden

Exil-Birmesen in Tokio fordern die Freilassung von Suu Kyi. Die Menschenrechtlerin steht seit über zehn Jahren unter Hausarrest.Großansicht
Rangun (dpa) - Im Prozess gegen die birmanische Menschenrechtlerin Aung San Suu Kyi soll an diesem Freitag das Urteil gesprochen werden. Das sagte der Anwalt der Angeklagten am Dienstag.

Der 64-jährigen Friedensnobelpreisträgerin wird von der Militärjunta der Prozess gemacht, weil sie angeblich die Auflagen ihres Hausarrests verletzt hat. Ihr drohen bis zu fünf Jahre Haft. Neben der Bürgerrechtlerin und Yettaw sitzen in dem Verfahren auch zwei Haushälterinnen Suu Kyis auf der Anklagebank.

Das Verfahren vor einem Sondergericht im berüchtigten Insein- Gefängnis der Hafenmetropole Rangun wird von westlichen Diplomaten und Regierungen als Schauprozess verurteilt. Westliche Beobachter befürchten, dass Suu Kyi schuldig gesprochen wird. Sie selbst rechne auch «mit dem Schlimmsten», sagte ihr Anwalt am Dienstag, nachdem die Beweisaufnahme geschlossen worden war. Sein Antrag, den Prozess zu verlängern, um die Glaubwürdigkeit von Zeugen zu prüfen, wurde abgewiesen.

San Suu Kyi steht vor Gericht, weil sie auf ihrem Seegrundstück, wo sie seit Jahren unter Hausarrest lebt, Besuch von einem US- Amerikaner empfangen hatte. Der in dem Prozess ebenfalls angeklagte Mormonenprediger John Yettaw war am 3. Mai - wenige Wochen vor Ablauf des Hausarrests - durch den See zu Suu Kyis Anwesen geschwommen, angeblich um sie vor einem Anschlag zu warnen. Weil er erschöpft war, nahm Suu Kyi den ungebetenen Gast für zwei Tage auf.

Die Menschenrechtlerin hatte 1990 die Wahlen in ihrer Heimat klar gewonnen. Die Militärjunta erkannte den Wahlsieg jedoch nicht an und setzte Suu Kyi stattdessen unter Hausarrest. Dort lebte sie 13 der letzten 19 Jahre abgeschirmt. Im Westen wird vermutet, dass die Militärregierung mit dem neuerlichen Prozess nun eine Einmischung der Demokratie-Ikone in die für nächstes Jahr versprochenen Wahlen in Birma verhindern will.

Am Dienstag wurde bekannt, dass Suu Kyi neben dem Strafverfahren auch in ein zivilgerichtliches Verfahren verwickelt ist. Ihr Cousin erhebe Besitzansprüche auf einen Teil ihres Hauses. Ihr Anwalt vertrat die Auffassung, das Zivilverfahren sei ein Versuch, Suu Kyi mit weiteren Prozessen zu beladen. An den Besitzverhältnissen gebe es keine Zweifel. «Das gesamte Anwesen gehört Suu Kyi», sagte einer der Anwälte.

Menschenrechte / Birma
28.07.2009 · 12:14 Uhr
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