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Südkoreaner trauern um Ex-Präsident Roh

StaatsbegräbnisGroßansicht
Seoul (dpa) - Knapp eine halbe Million Südkoreaner hat am Freitag bei einem «Volksbegräbnis» in Seoul Abschied vom früheren Präsidenten Roh Moo Hyun genommen.

Der unter Korruptionsverdacht geratene Ex- Staatschef hatte sich am Samstag vergangener Woche im Alter von 62 Jahren mit einem Sprung von einem Felsen in seinem Heimatort im Süden des Landes das Leben genommen. Fernsehsender berichteten, dass in den Straßen im Zentrum der Hauptstadt etwa 500 000 Menschen zusammengekommen waren, um Roh die letzte Ehre zu erweisen. Nach den zentralen Beisetzungsfeierlichkeiten im Kyongbok-Königspalast - streng abgeschirmt mit 3000 geladenen Gästen aus dem In- und Ausland - fuhr der Konvoi mit dem Sarg des Verstorbenen durch die Straßen Seouls.

Ein großer Teil der Menschen trugen Kappen in Gelb, der Farbe des Wahlkampfkampagne des früheren liberalen Reformpolitikers. «Du wirst in meinem Herzen für immer unser Präsident sein», lautete der Schriftzug auf den Kappen. Viele Menschen brachen in Tränen aus, als der Leichenzug vorbeifuhr. Der Tod des früheren Menschenrechtsanwalts, der bis Februar 2008 fünf Jahre lang Präsident war, hatte in dem Land große Bestürzung und Trauer ausgelöst.

Roh habe sich sein Leben lang für die Menschenrechte, Demokratie und das Ende autoritärer Regierungen eingesetzt, sagte Ministerpräsident Han Seung Soo bei der zentralen Trauerfeier, die auf Großleinwänden in der Stadt und im Fernsehen übertragen wurde. Roh sei ein wahrer «Volkspräsident» gewesen.

An der Zeremonie nahmen neben Rohs Nachfolger Lee Myung Bak auch die früheren Präsidenten Kim Dae Jung und Kim Young Sam teil. Auf dem Rathausplatz wurden später im Beisein von Rohs Witwe und beiden Kindern unter anderem rituelle Gesänge aufgeführt und Gedichte rezitiert. Rohs Sarg wurde im Anschluss an die Fahrt des Leichenwagens durch Seoul in die Nachbarstadt Suwon transportiert, wo der Leichnam eingeäschert wurde. Die Urne mit der Asche soll in seinem Heimatort Bongha beigesetzt werden.

Innenpolitik / Südkorea
29.05.2009 · 13:35 Uhr
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