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Südkoreaner suchen Trümmer nordkoreanischer Rakete

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Seoul/Pjöngjang (dpa) - Einen Tag nach einem missglückten Raketentest in Nordkorea sucht die südkoreanische Marine weiter nach Trümmerteilen. Diese waren 100 bis 150 Kilometer vor der Westküste Südkoreas ins Gelbe Meer gestürzt.

Südkorea werde von Schiffen der US-Marine unterstützt, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Seoul. Die USA und Südkorea hoffen, dass die Analyse von Überresten näheren Aufschluss über den Stand der nordkoreanischen Raketentechnik gibt.

Nordkorea bereitete sich unterdessen auf den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des als «ewiger Präsident» verehrten Kim Il Sung an diesem Sonntag vor. Die Führung gab beispielsweise neue Schuluniformen an alle Schulkinder aus, wie die Staatsmedien am Samstag berichteten.

An der Suche nach den Raketentrümmern beteiligten sich nach Berichten des südkoreanischen Rundfunks unter anderem ein U-Boot, Minenabwehrschiffe sowie Hubschrauber. Allen internationalen Warnungen zum Trotz hatte das sozialistische Land am Freitag wie geplant eine Mehrstufenrakete abgefeuert. Die Rakete explodierte nach südkoreanischen Angaben kurz nach dem Start in der Luft.

Nach Angaben Nordkoreas sollte die Trägerrakete Unha-3 einen Satelliten ins All befördern. Der Start gehörte zu den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Kim Il Sungs. Die USA, Südkorea und Japan sahen jedoch den verdeckten Test einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte.

Das Scheitern des zuvor groß angekündigten Raketenstarts gilt als Blamage für die nordkoreanische Führung unter dem neuen Machthaber Kim Jong Un. Dieser ist Enkel von Kim Il Sung sowie Sohn und Nachfolger des im Dezember gestorbenen langjährigen Alleinherrschers Kim Jong Il.

Mit dem Raketenstart beschäftigt sich auch der UN-Sicherheitsrat in New York. Das mächtigste UN-Gremium konnte sich jedoch zunächst nicht einigen. «Der Rat berät weiter über eine angemessene Reaktion», sagte die Ratspräsidentin in diesem Monat, US-Botschafterin Susan Rice, nach gut zweistündiger Beratung. Sie wollte aber nicht sagen, wie eine Reaktion aussehen könnte. Auch zu möglichen neuen Sanktionen äußerte sie sich nicht. Rice rügte den Start der Trägerrakete aber als Verletzung von UN-Resolutionen.

Die Führung Nordkoreas pflegt unterdessen wieder den Personenkult. Kim Yong Nam - das protokollarische Staatsoberhaupt des Landes - rühmte bei einer Massenkundgebung in einem Stadion in Pjöngjang die Geburt Kim Il Sungs als «bedeutsames Ereignis» in der Geschichte des koreanischen Volkes. Unter der Führung seines Enkels Kim Jong Un könne Nordkorea eine helle Zukunft erwarten. Der noch nicht 30-jährige Kim Jong Un hat den bizarren Personenkult seines Vaters und Großvaters übernommen.

Konflikte / Nordkorea
14.04.2012 · 15:33 Uhr
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