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Südkorea und USA erhöhen Alarmbereitschaft

Nordkoreanische Rakete: Pjöngjang droht Südkorea mit militärischen Schritten.Großansicht
Seoul/Washington (dpa) - Nach den Kriegsdrohungen Nordkoreas sind die Streitkräfte Südkoreas und der USA in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden.

Die militärische Aufklärung gegenüber dem kommunistischen Nachbarland werde verstärkt, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee am Donnerstag mit. Das fünfstufige Frühwarnsystem sei erstmals seit dem ersten nordkoreanischen Atomtest im Oktober 2006 wieder auf die zweithöchste Stufe angehoben worden.

Angesichts der jüngsten Zuspitzung auf der koreanischen Halbinsel warnte US-Außenministerin Hillary Clinton das Regime in Pjöngjang vor «Konsequenzen». Im Weltsicherheitsrat berät zurzeit über eine Resolution zum zweiten nordkoreanischen Atomtest vor drei Tagen. Durch den unterirdischen Atomwaffenversuch hatten sich die Spannungen in der Region abermals verschärft.

Die Überwachung der Aktivitäten in Nordkorea werden durch den Einsatz zusätzlicher militärischer Mittel wie etwa Aufklärungsflugzeuge unterstützt, sagte ein Armeesprecher in Seoul. Das Alarmsystem für die Verteidigungsbereitschaft der gemeinsamen Streitkräfte bleibe aber unverändert auf der zweitniedrigsten Stufe.

Die USA haben in Südkorea 28 500 Soldaten als Abschreckung gegen Nordkorea stationiert. Die südkoreanische Marine verstärkte Zeitungsberichten zufolge auch die Sicherheitsmaßnahmen vor der Westküste des Landes. Dazu seien ein Zerstörer entsandt sowie zusätzliche Artilleriegeschütze und Raketen nahe der Seegrenzlinie im Gelben Meer in Stellung gebracht worden, schrieb «The Korea Herald» unter Berufung auf Militärvertreter.

Zwei Tage nach dem neuen Atomtest hatte Nordkorea am Mittwoch die geplante Teilnahme Südkoreas an einer US-geführten globalen Initiative gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen als «Kriegserklärung» bezeichnet und mit Militäraktionen gedroht. Die Staatengemeinschaft befürchtet, dass Länder wie Nordkorea Waffensysteme an andere Staaten oder Terrorgruppen weitergeben, um an dringend benötigte Devisen zu kommen.

Zugleich erklärte die nordkoreanische Volksarmee, sie werde sich nicht mehr an das Waffenstillstandsabkommen halten, das den Korea- Krieg von 1950 bis 1953 beendete. Die Sicherheit südkoreanischer Schiffe und amerikanischer Schiffe an der innerkoreanischen Seegrenze im Gelben Meer könne nicht mehr garantiert werden.

Das von den USA geführte UN-Kommando (UNC) in Südkorea bekräftigte am Donnerstag, die Waffenstillstandsvereinbarungen seien weiter wirksam. Sie seien für alle Parteien verbindlich, die das Abkommen unterzeichnet hätten, «Nordkorea» eingeschlossen. Die koreanische Halbinsel befindet sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Korea-Krieg noch immer kein Friedensvertrag geschlossen worden ist.

Nordkorea missachte die internationale Gemeinschaft, kündige Verpflichtungen auf und verhalte sich weiter «provokant und aggressiv» seinen Nachbarn gegenüber, sagte Clinton am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. «Solche Handlungen ziehen Konsequenzen nach sich.» Zugleich signalisierte Clinton Bereitschaft zu weiteren Gesprächen. US-Regierungssprecher Robert Gibbs spielte die Äußerungen Nordkoreas herunter. Nordkorea versuche «mit Säbelrasseln und polternden Drohungen» auf sich aufmerksam zu machen, sagte er. US- Außenamtssprecher Ian Kelly appellierte an Pjöngjang, «provozierende Äußerungen» zu unterlassen.

Konflikte / Atom / Nordkorea
28.05.2009 · 17:12 Uhr
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