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Suche nach verschüttetem Kind endgültig eingestellt

Strand an der Steilküste auf Rügen: Seit zwei Wochen suchen Einsatzkräfte nach der verschütteten Katharina - bisher erfolglos. Foto: Stefan Sauer/ArchivGroßansicht

Die Retter sehen keine Chance mehr, die vermisste Katharina auf Rügen noch zu finden. Die Zehnjährige war beim Abbruch der Steilküste am Kap Arkona verschüttet worden.

Kap Arkona (dpa) - Die Suche nach dem auf Rügen verunglückten zehnjährigen Mädchen wird endgültig eingestellt. «Wir sehen keine Chance, Katharina zu finden. Das ist der Punkt, an dem wir aufhören müssen», sagte Markus Zimmermann, Leiter Katastrophenschutz im Kreis Vorpommern-Rügen, am Sonntagnachmittag nach fast zweiwöchiger Suche. Das Mädchen war beim Abbruch der Steilküste am Kap Arkona verunglückt und wird seitdem vermisst.

«Niemand kann uns sagen, wo Katharina sich befindet», sagte Zimmermann. «Wir haben Unmengen an Kreideschichten und Erde bewegt». Leider habe die Suche nicht zum Erfolg geführt. Die Helfer schließen nicht aus, dass die Zehnjährige von dem Druck der Gerölllawine ins Meer gespült worden sein könnte.

Die zehnjährige Katharina aus Plattenburg in Nordbrandenburg war am zweiten Weihnachtsfeiertag verunglückt, als sich mehrere tausend Kubikmeter Erde und Kreide aus dem Kliff lösten und in die Tiefe stürzten. Ihre Mutter und die 15-jährige Schwester konnten verletzt geborgen werden. Einsatzleiter Daniel Hartlieb machte sich am Sonntag mit einem Seelsorger auf den Weg zur Mutter ins Krankenhaus, um ihr die Nachricht zu überbringen.

Bis zuletzt hatten die Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk die Hoffnung nicht aufgegeben. Stundenlang hatten sie auch am Sonntag mit Hilfe eines Baggers zwischen Kreide und Geröll am Fuße der Steilküste nach dem Kind gesucht. Allein am Sonntag wurden 200 Quadratmeter Fläche am Strand bis zu sieben Meter tief abgebaggert.

Spürhunde hatten in den vergangenen Tagen immer wieder an einer Stelle angeschlagen. Das hatte die Einsatzkräfte in dem Glauben bestärkt, die Leiche des Kindes am Fuß des 35 Meter hohen Kliffs ausgraben zu können. «Das ist eine komplizierte Spurenlage für die Hunde», sagte Zimmermann nach Abbruch der Arbeiten. «Im Wasser werden Geruchspartikel sehr weit getragen.» Zudem sei die Kreide ein sehr schwieriges Medium.

Ein Polizeiseelsorger begleitete am Sonntag die 15 Einsatzkräfte bei den Arbeiten. «Die Männer wollen der Familie das Kind zurückgeben. Das ist ihr tiefster Wunsch», hatte Pfarrer Andreas Schorlemmer in einem dpa-Interview deutlich gemacht. Die Unglücksstelle war großräumig abgesperrt. Blumen und Grablichter erinnern an das tragische Geschehen. In den nächsten Tagen wollen Helfer am Strand suchen, ob das Kind eventuell angeschwemmt wird.

Unfälle / Ostsee
08.01.2012 · 16:26 Uhr
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