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Stundenlang Politik-TV zum Super-Wahlsonntag

In diversen Sendern stellt die Bundestagswahl heute das Topthema.Großansicht
Hamburg (dpa) - Zur Wahl schlägt wieder die Stunde der Öffentlich-Rechtlichen: Bei Wahlen und anderen politischen Ereignissen trumpfen ARD und ZDF traditionell auf. So senden sie denn auch jeweils mehr als fünf Stunden Politik am Stück vom frühen Abend bis hinein in die beste Sendezeit.

Die private Konkurrenz von RTL und Sat.1 ist zwar auch aktuell mit Hochrechnungen und Analysen dabei, allerdings kürzer. Zur Hauptsendezeit läuft das übliche Sonntagabendprogramm.

«Wahl 09: Bundestagswahl 2009» nennt die ARD schlicht ihr Angebot, das um 17.00 Uhr - eine Stunde vor Schließung der Wahllokale - startet. «Tagesthemen»-Moderatorin Caren Miosga und Ulrich Deppendorf, Chefredakteur im ARD-Hauptstadtstudio, führen durch die dreistündige Sendung. Die Prognosen, Trends und Hochrechnungen des Instituts Infratest dimap präsentiert wie gewohnt WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn - auch zu den Landtagswahlen in Brandenburg und Schleswig-Holstein. Nach der 20-Uhr-«Tagesschau» gibt es das Gipfeltreffen der Spitzenkandidaten aller Bundestagsparteien, die «Berliner Runde».

Eine Dreiviertelstunde stellen sich Angela Merkel (CDU), Frank-Walter Steinmeier (SPD), Guido Westerwelle (FDP), ein Vertreter der Grünen sowie Oskar Lafontaine (Linke) im Berliner Studio den Fragen der Chefredakteure Thomas Baumann (ARD) und Nikolaus Brender (ZDF); CSU-Spitzenkandidat Peter Ramsauer wird aus München zugeschaltet. Das ZDF überträgt ebenfalls live. Bevor Anne Will in ihrer Talkrunde den Wahlausgang analysiert, haben auch die Bewohner der Dauerserie «Lindenstraße» (21.10 Uhr) in ihrer 1243. Folge Wahltag: Für verschiedene mögliche Wahlausgänge wurden unterschiedliche Versionen gedreht; je nach tatsächlichem Ergebnis wird dann die passende Folge samt aktueller Hochrechnung ausgestrahlt, wie die ARD mitteilte.

Im ZDF beginnt der Politikabend bereits zehn Minuten früher, um 16.50 Uhr mit der Livesendung «Bundestagswahl 2009». Die Wahlexperten Bettina Schausten und Christian Sievers präsentieren die Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen und lassen Politiker die ersten Prognosen kommentieren. Das ZDF sendet aus der Berliner Repräsentanz der Telekom heraus, wo die Bundeszentrale für politische Bildung, der Verein der Auslandspresse und der «Tagesspiegel» eine Wahlparty veranstaltet. Die beiden Print-Chefredakteure Helmut Markwort («Focus») und Giovanni di Lorenzo («Die Zeit») kommentieren gemeinsam mit Parteienforscher Karl-Rudolf Korte die Wahlergebnisse. Zusammen mit den Nachrichtensendungen «heute» und «heute-journal» kommt das ZDF bis 22.15 Uhr auf fast fünfeinhalb Stunden Information am Stück. Erst dann gibt es Entspannung mit dem Krimi «Fred Vargas: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord».

RTL, die private Nummer 1, steigt um 17.30 Uhr gemeinsam mit n-tv in die Wahlberichterstattung ein: «2009 - wir wählen: Die Bundestagswahl», heißt die Sendung, durch die RTL-Anchorman und - Chefredakteur Peter Kloeppel sowie n-tv-Moderator Christoph Theuner führen; die Hochrechnungen kommen von Forsa. Wie bei den anderen Sendern auch wird es neben Studio-Interviews auch Live-Schalten zu den Wahlpartys der Parteien und auch ins Ausland geben. Inklusive der Nachrichtensendung «Aktuell Weekend» sendet RTL bis 19.30 Uhr Politik pur - danach gibt es die Dokusoap «Schwiegertochter gesucht» sowie den Actionfilm «Mr. & Mrs. Smith» mit dem Film- und Echt-Ehepaar Brad Pitt und Angelina Jolie.

Erst 15 Minuten vor Schließung der Wahllokale unterbricht Sat.1 das Sonntagsprogramm für die Politik, doch dafür bleibt der Sender bis zu den «Sat.1 Nachrichten» um 20.00 Uhr beim Thema: «Entscheidung für Deutschland - Die Wahl 2009». N24-Chefredakteur Peter Limbourg diskutiert mit Gästen wie Michel Friedman, Stefan Aust, Hans-Hermann Tiedje und Hajo Schumacher über die Wahlen in Bund und Land. Dazu kommen Hochrechnungen der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) und Politikereinschätzungen. Nach den Nachrichten bleibt es spannend - allerdings nicht politisch, sondern kriminalistisch mit den US-Serien «Navy CIS» und «Criminal Minds».

Für Politik-Versessene berichtet der öffentlich-rechtliche Ereignissender Phoenix von 16.30 bis 0.30 Uhr nonstop von den Wahlen. Dabei werden die Prognosen und Hochrechnungen von ARD und ZDF gegenübergestellt, außerdem können Zuschauer per Internet Fragen an Experten im Studio stellen. Die «Berliner Runde» wird live und zeitversetzt gesendet. Auch die privaten Nachrichtensender n-tv und N24 berichten breit über die Wahlen.

Ganz auf Politik und Wahlanalyse - außerhalb ihrer Nachrichtensendungen - verzichten hingegen die anderen Privatsender. ProSieben bietet als Kontrastprogramm ab 20.15 Uhr den Science- fiction-Film «Star Wars - Episode III: Die Rache der Sith», RTL II zeigt die Komödie «Happy Gilmore - Ein Champ zum Verlieben», Vox lädt zur Kochshow «Das perfekte Promi-Dinner» und Kabel eins bringt die Doku-Soap «Family Business - Wir sind Chef».

Medien / Fernsehen / Wahlen
27.09.2009 · 10:09 Uhr
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