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Studie: Schüler gehen gern zur Ganztagsschule

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Berlin (dpa) - Schüler von Ganztagsschulen haben mehr Spaß an der Schule: Ihre Lernfreude und Motivation wachsen. Die Kinder sind weniger aggressiv oder störend im Unterricht. Das zeigt eine erste Studie über die Auswirkungen von Ganztagsschulen, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Voraussetzung ist demnach aber, dass das Ganztagsangebot eine gute Qualität hat und die Schüler regelmäßig daran teilnehmen. Dann sinkt auch das Risiko sitzenzubleiben.

«Damit tragen Ganztagsschulen zum Abbau der Bildungsarmut bei», erklärte Bundesbildungsminister Annette Schavan (CDU). «Wir wissen aber auch, dass es letztlich auf die Qualität der Angebote ankommt, denn diese wirkt sich auch auf die Schulnoten aus.»

Allerdings schöpfen viele Schulen laut Studie die Chancen des Ganztagsunterrichts noch nicht richtig aus. Beim Ausbau der Ganztagsschulen hatte der Bund die Länder seit 2003 bis 2009 mit vier Milliarden Euro unterstützt. Inzwischen bieten über 40 Prozent der allgemeinbildenden Schulen in Deutschland Ganztagsplätze an, Grundschulen allen voran.

Die jüngeren Schüler sind auch die eifrigsten Nutzer des freiwilligen Angebots - mit zunehmendem Alter sinkt die Teilnahmequote. Vor allem berufstätige Eltern und Alleinerziehende schätzen die Betreuung ihres Nachwuchses an der Schule. Kinder aus Migranten- und schlechter gestellten Familien nehmen allerdings das Grundschul-Ganztagsangebot weniger wahr als andere.

Längere Schulöffnungszeiten allein reichen der Studie zufolge nicht aus, um eine spezifische Förderung zu leisten. Auch die bloße Teilnahme der Schüler am Ganztagsangebot bringt kaum etwas für die Noten. Entscheidend sei vielmehr Qualität: ein positives Sozialklima an der Schule, die Lehrmethoden, ein die Interessen der Schüler weckendes Angebot und Partizipationsmöglichkeiten. Speziell für Migrantenkinder ab der 5. Klasse gilt: Sie profitieren von Hausaufgabenhilfe und Lernzeit in der Schule und können so ihre Noten verbessern.

Das Familienklima und gemeinsame Aktivitäten leiden nicht darunter, wenn die Kinder auch nachmittags an der Schule sind - was Kritiker dieser Schulreform befürchtet hatten. Jede Ganztagsschule kooperiert inzwischen mit durchschnittlich sechs Partnern. An erster Stelle stehen die Sportvereine, gefolgt von Kunst- und Musikschulen und anderen kulturellen Einrichtungen. In der Sekundarstufe kommen auch Betriebe hinzu, wie Schavan betonte.

Für die Studie hatten Bildungsforscher rund 54 500 Personen aus knapp 330 Schulen in 14 Bundesländern befragt, darunter Schulleiter, Lehrer, Schulsozialarbeiter, Schüler und Eltern.

Bildung / Ganztagsschulen
11.11.2010 · 14:26 Uhr
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