News
 

Studie: Modernisierung von Telekom-Netz macht 15.000 Mitarbeiter überflüssig

Bonn (dts) - Die Umstellung des klassischen Telefonnetzes auf das Internet-Protokoll macht in den Jahren 2010 bis 2014 rund 10.000 bis 15.000 Arbeitsplätze bei der Telekom überflüssig. In einer Studie der Stuttgarter Beratungsfirma Input Consulting heißt es dem Nachrichtenmagazin "Focus" zufolge: "Die Modernisierung der Kernnetze wird innerhalb der kommenden drei bis vier Jahre weitestgehend realisiert sein und bei der Telekom zu einem ‚Personalminderbedarf‘ in einer Größenordnung von voraussichtlich 10.000 bis 15.000 Vollzeitstellen führen." Der Autor der Studie "Next Generation Networks und Beschäftigung", Michael Schwemmle, sieht darin die "fundamentalste Transformation, die der Sektor je gesehen hat". Laut Schwemmle macht "ein signifikanter Rückgang des Arbeitsvolumens" den "wesentlichen ‚Zweck der Übung‘ aus". Die vereinfachte Netzstruktur erfordere weniger Schaltpunkte und Standorte. "In Summe dürfte die Umrüstung nach und nach zu einem massiven Rückgang manueller Zugriffe – Schaltungen, Reparaturen – auf das Netz führen." Um betroffenen Mitarbeitern der Sparte T-Home eine "Beschäftigungsbrücke" zu bauen, müsse der Konzern in DSL-Anschlüsse für Endkunden investieren. Das fordert auch die Bundesregierung, die bis 2014 rund 75 Prozent der Haushalte mit 50Mbit-Anschlüssen ausstatten will. Der Ausbau stockt jedoch, weil die Regulierungsbehörde "die Risiken einseitig den investitionsbereiten Akteuren aufbürdet und Trittbrettfahrern attraktiv macht", heißt es in der Studie. Die Telekom könne derzeit weniger als 40 Prozent der Haushalte rentabel anschließen. Der ehrgeizige Regierungsplan müsse deshalb "heute bereits als gescheitert gelten". Telekom-Aufsichtsrat und Ver.di-Bundesvorstand, Lothar Schröder, fordert angesichts der Studie die Regierung in "Focus" auf, ihre Wirtschaftspolitik neu zu justieren: "Die Regulierung gefährdet Arbeitsplätze und den Erfolg der Breitbandoffensive. Wenn sich das nicht ändert, laufen wir auf ein gewaltiges Beschäftigungsproblem und einen wahrscheinlich ausufernden Konflikt zu.
DEU / Telekommunikation
03.10.2009 · 04:31 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
Es liegen momentan keine neuen Nachrichten vor.
 

 

Weitere Themen