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Studie: Mehrheit der Norweger hat genug von Breivik

Tausende Norweger zeigten im vergangenen Sommer in Oslo ihre Anteilnahme mit den Opfern des Attentäters Breivik. Foto: Jörg Carstensen/Archiv

Oslo (dpa) - Zwei von drei Norwegern halten den Medientrubel rund um den Massenmörder Anders Behring Breivik für übertrieben. Wie eine Studie wenige Tage vor Prozessbeginn zeigt, empfinden 68 Prozent der Befragten die Berichterstattung in Norwegen als zu umfangreich.

Nur 28 Prozent halten sie für angemessen. Für die Studie, die die Osloer Tageszeitung «Aftenposten» veröffentlichte, wurden zwischen dem 16. Februar und dem 2. März rund 1400 Norweger befragt, etwa die Hälfte von ihnen Journalisten. Auch knapp die Hälfte der Journalisten hielten das Medieninteresse für übertrieben. «Die Menschen wollen nach vorne schauen», sagte der Leiter der Studie, Frank Aarebrot.

Die Osloer Zeitung «Dagbladet» will ihren Online-Lesern vom Prozessbeginn an diesem Montag an eine alternative, Breivik-freie Fassung anbieten. Per Klick sollen die Leser für die Dauer des Prozesses auf entsprechende Seiten weitergeleitet werden. Auch andere Medien hatten dies zunächst erwogen. Der Prozess ist ihrer Ansicht nach aber zu bedeutend, um auf die Berichterstattung zu verzichten.

Der 33-Jährige Breivik muss sich für den Tod von 77 Menschen verantworten. Bei dem Prozess wird ein gewaltiger Medienandrang erwartet. Breivik hatte am 22. Juli 2011 eine Bombe im Osloer Regierungsviertel gezündet und wenig später Dutzende Teilnehmer eines Ferienlagers der Sozialdemokraten auf der Insel Utøya erschossen. Er hat die Taten gestanden.

Terrorismus / Kriminalität / Norwegen
16.04.2012 · 21:11 Uhr
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