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Studie: Meeresspiegel steigt schneller als gedacht

Meeresspiegel steigt schnellerGroßansicht
Potsdam/Washington (dpa) - Der Meeresspiegel könnte einer neuen Studie zufolge innerhalb dieses Jahrhunderts um bis zu 1,9 Meter ansteigen und damit deutlich schneller als erwartet. Ein so starker Anstieg wäre eine existenzielle Bedrohung vieler Küstenstädte und einer Reihe kleiner Inselstaaten.

Das schreiben Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Martin Vermeer von der Technischen Universität Helsinki in den «Proceedings» der US- Akademie der Wissenschaften (PNAS; online vorab veröffentlicht).

«Wenn wir einen galoppierenden Anstieg des Meeresspiegels verhindern wollen, sollten wir die Erderwärmung so schnell wie möglich stoppen», betonte Rahmstorf. Denn die Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs werde maßgeblich beeinflusst von der globalen Mitteltemperatur.

Die Studie zeigt, dass der Meeresspiegel im Jahr 2100 um 75 bis 190 Zentimeter höher stehen könnte als heute. Für die Expertise wurden Meeresspiegel- und Temperaturmessungen aus den vergangenen 130 Jahren ausgewertet. «Seit 1990 ist der Meeresspiegel jährlich um 3,4 Millimeter gestiegen, doppelt so schnell wie im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts», sagte Rahmstorf. Bliebe es bei dieser Rate, würde das im 21. Jahrhundert zu einem Anstieg um 34 Zentimeter führen. «Aber die Daten zeigen deutlich: Je wärmer es wird, umso schneller steigt der Pegel.»

Die Studie zeigt den Angaben zufolge, dass selbst bei einem relativ niedrigen Treibhausgas-Emissionsszenario mit einer Erwärmung um zwei Grad Celsius im 21. Jahrhundert der Meeresspiegel wahrscheinlich um mehr als einen Meter ansteigen wird. Das höchste Emissionsszenario mit einem Temperaturanstieg von mehr als vier Grad Celsius hätte in dieser Zeit einen Anstieg um mehr als 1,4 Meter zur Folge. Werden alle Emissionsszenarien und geschätzte Unsicherheiten berücksichtigt, ergeben sich Werte zwischen 0,75 und 1,9 Meter.

Der projizierte Anstieg sei damit etwa dreimal so hoch wie die Schätzung aus dem Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC von 2007, die den Eisverlust in Grönland und der Antarktis nicht vollständig berücksichtigten.

Wissenschaft / Klima
07.12.2009 · 22:20 Uhr
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