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Studie: Lehrermangel wird immer größer

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Berlin (dpa) - An deutschen Schulen werden die Lehrer rar. Über 300 000 Pädagogen werden nach Berechnungen des Bildungsforschers Klaus Klemm allein bis 2015 aus Altersgründen ausscheiden.

In den fünf Jahren danach gehen weitere 160 000 in Pension. Nach der derzeitigen Zahl der Lehramtsstudenten werden aber im Jahresschnitt nur 26 000 fertig ausgebildete Junglehrer für eine Neueinstellung in den Schulen zur Verfügung stehen, schreibt Klemm in seiner Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt.

Der Wissenschaftler sagt einen noch härten Wettbewerb der Länder um die wenigen Junglehrer voraus - vor allem in den Mangelfächern Mathematik und Informatik. Der Lehrermangel und umstrittene Abwerbeaktionen der Länder sind an diesem Donnerstag erneut Thema der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin. Bei der März-Sitzung in Stralsund war ein verbindlicher Länderbeschluss gegen Werbeaktionen am Widerstand Baden-Württembergs gescheitert.

Die Zahl von 26 000 Nachwuchslehrern pro Jahr reicht laut Klemm trotz sinkender Schülerzahl nicht aus, um den gegenwärtigen Stand der Lehrerversorgung in den Schulen zu halten, geschweige denn Reformen zu realisieren. Noch kritischer werde die Lage dadurch, dass die verfügbaren Junglehrer nicht durchweg für die Schulformen und die Unterrichtsfächer ausgebildet sind, die nachgefragt werden, schreibt der Bildungsforscher.

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten auf dem Bildungsgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden zugesagt, den Rückgang der Schülerzahlen «insbesondere zur Verbesserung der Bildungsqualität zu nutzen». Klemm: «Wenn dies tatsächlich Realität werden sollte, müssten bis 2015 jährlich bis zu 38 000 Junglehrer in den Schuldienst eingestellt werden, in den fünf Jahren danach jährlich bis zu 32 000 Lehrer.»

Der Wissenschaftler verweist zugleich auf Ungleichgewichte bei der Lehrerausbildung zwischen den Bundesländern. Während Berlin, Rheinland-Pfalz und die neuen Bundesländer über den Eigenbedarf hinaus Nachwuchspädagogen ausbildeten, kämen Länder wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern ohne Lehrerimport aus anderen Bundesländern nicht zurecht.

Klemm sieht «ein weites Feld für einen sich verschärfenden Wettbewerb der Länder untereinander». Die Instrumente, mit denen Länder dabei ihre Arbeitsplätze attraktiv machen könnten, seien vielfältig. «Sie können die Altersgrenze für Verbeamtungen flexibel handhaben, sie können im Vergleich zu konkurrierenden Ländern die wöchentlichen Unterrichtsverpflichtungen geringer halten.» Mit der Föderalismusreform von 2006 haben die Länder zudem das Recht erhalten, die Höhe der Lehrergehälter selbst festzusetzen. Klemm: «Wirtschaftlich stärkere Länder werden beim Wettbewerb um die Junglehrer deutliche Vorteile haben.»

Bildung / Kultusminister
16.06.2009 · 13:41 Uhr
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