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Streithähne Carstensen und Stegner in hartem Duell

Vier Tage vor der Landtagswahl stellen sich die Spitzenkandidaten dem Streitgespräch.Großansicht
Kiel (dpa) - Vier Tage vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein haben sich die Spitzenkandidaten von CDU und SPD einen harten öffentlichen Schlagabtausch geliefert.

Bei ihrem einzigen TV-Duell kämpften CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und SPD-Herausforderer Ralf Stegner am Mittwochabend im NDR-Fernsehen mit scharfen wechselseitigen Attacken um die Stimmen unentschlossener Wähler. Von Anfang an fielen sich die Kontrahenten gegenseitig ins Wort. Wiederholt bezichtigte Carstensen seinen SPD-Rivalen, die Unwahrheit zu sagen. Der erneut ohne die früher obligatorische Fliege erschienene Stegner sagte, er sei gewöhnt, dass sich die CDU an ihm abarbeite.

Scharf wies Carstensen den Vorwurf zurück, er habe die SPD- Minister nach dem Koalitionsbruch im Juli wie Eierdiebe fortgejagt. Es habe ein sauberes Verfahren gegeben; das Verhalten der SPD sei unanständig. «Wir haben kein Problem mit der SPD gehabt, wir haben ein Problem mit Herrn Stegner gehabt», sagte Carstensen. Stegner warf der CDU vor, sie habe kurz vor der Wahl mehrfach Positionen geändert, um populärer zu werden - zum Beispiel mit der Abkehr von Studiengebühren.

Zur angeschlagenen HSH Nordbank versicherte Carstensen, Schleswig- Holstein und Hamburg als Anteilseigner würden keinen weiteren Cent an Eigenkapital nachschießen. Auf die Kritik hin, er sei als Ex-Minister mitverantwortlich für die Krise der Bank gewesen, sagte Stegner: «Ich glaube nicht, dass ich mir etwas vorzuwerfen habe.» Später sei das Krisenmanagement der Regierung katastrophal gewesen. Während Stegner sich als Ministerpräsident gern vom umstrittenen Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher trennen würde, sagte Carstensen: «Ich behalte ihn nach der Wahl.»

In Umfragen hat die SPD den Rückstand zur CDU verringert. Schwarz- Gelb muss um eine Mehrheit bangen. «Ich gehe davon aus, dass es reicht für Schwarz-Gelb», sagte Carstensen. Ohne Stegner würde er im Fall des Falles eine Wiederauflage der großen Koalition nicht ausschließen. «Ich werbe hier nur für die SPD», sagte Stegner. Stegner legte sich nur darauf fest, nicht mit Rechtsextremen zu verhandeln. Gespräche mit der Linken schloss er damit nicht aus. Weil ein knappes Rennen erwartet wird, könnte das Fernsehduell ähnlich wichtig werden wie vor der Wahl 2005. Damals punktete Carstensen gegen SPD-Regierungschefin Heide Simonis.

Eine fast konfliktfreie TV-Diskussion führten dagegen am Mittwoch die Spitzenkandidaten von FDP, Grünen und SSW. Für die FDP lehnte Wolfgang Kubicki eine gemeinsame Regierung mit der SPD strikt ab: «Eine Ampel ist für uns undenkbar.» Monika Heinold von den Grünen legte sich weder auf ein Bündnis mit dem früheren Koalitionspartner SPD noch auf eine Partnerschaft mit der CDU fest. Anke Spoorendonk vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW) bekräftigte die Bereitschaft zum Mitregieren. Eine Präferenz für SPD oder CDU nannte auch sie nicht.

Wahlen / Landtag / Schleswig-Holstein
23.09.2009 · 22:36 Uhr
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