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Streikende Griechen wollen Luftverkehr lahmlegen

Auch Schüler protestieren vor dem griechischen Bildungsministerium in Athen gegen Sparmaßnahmen.Großansicht

Athen (dpa) - Mit einem 24-Stunden-Stillstand im Luftverkehr kämpfen griechische Gewerkschaften gegen die drohenden Massenentlassungen. Wegen eines Fluglotsenstreiks werde es an diesem Mittwoch keine kommerziellen Flüge von und nach Griechenland geben, erklärten die wichtigsten Fluglinien.

Zwischen Dienstag um 23.00 Uhr MEZ und Mittwoch 23.00 Uhr MEZ können somit hunderte Flüge nicht stattfinden. Deutsche Fluggesellschaften baten ihre Passagiere, sich rechtzeitig über geänderte Abflugzeiten zu informieren.

Zudem sollen am Mittwoch alle Behörden, Ministerien, Schulen und Kommunalverwaltungen geschlossen bleiben. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern wollen nur Notfälle behandeln. Im Nahverkehr droht einmal mehr ein Chaos.

Bereits am Dienstag blockierten Beamte und andere Staatsbedienstete die Eingänge von sieben Ministerien in Athen. Vor dem Finanzministerium etwa veranstalteten aufgebrachte Demonstranten Sit-ins.

Die Fluglinien erklärten, sie wollten möglichst viele Passagiere auf Flüge nach dem Streik am Mittwoch umbuchen. Flüge über Griechenland ohne Zwischenlandung sollten normal stattfinden, erklärte die Gewerkschaft der Fluglotsen. In Deutschland erklärte die Fluggesellschaft Condor, von dem angekündigten Streik seien 5600 Passagiere auf 28 Flügen betroffen. Einzelne Flüge seien nach vorne verlegt worden. Passagiere sollten sich unbedingt rechtzeitig über geänderte Abflugzeiten informieren.

Die Proteste sind Teil einer massiven Streikwelle, mit der sich vor allem Staatsbedienstete gegen geplante Entlassungen wenden. Auch im Nahverkehr in Athen werde es zu erheblichen Problemen kommen, sagte ein Sprecher der Staatsbedienstetengewerkschaft (ADEDY). So soll es erneut zu Problemen auch bei der S- und der Vorstadt-Bahn sowie bei Bussen in Athen kommen. Probleme soll es auch im Fährverkehr geben.

Empört sind auch die Angestellten des privaten Bereichs. Die Experten der sogenannten «Troika» aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) sollen nach Informationen aus dem Arbeitsministerium jetzt fordern, dass der griechische Mindestlohn von netto 548 Euro abgeschafft wird. Einzelne Betriebsräte sollen nach diesen Vorstellungen mit dem jeweiligen Arbeitgeber neue Tarifverträge unterhalb des geltenden Mindestlohns aushandeln können.

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Fluglotsengewerkschaft
Finanzen / EU / Streiks / Griechenland
04.10.2011 · 22:59 Uhr
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