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Streik der Lufthansa-Flugbegleiter ist beendet

Nicoley BaubliesGroßansicht

Frankfurt/Main (dpa) - Der bislang größte Streiktag bei der Lufthansa ist zu Ende. Der eintägige und flächendeckende Ausstand der Flugbegleiter wurde am Freitag um Mitternacht planmäßig beendet. Das bestätigte ein Sprecher der Fluggesellschaft in Frankfurt.

Weitere Streiks müssen Lufthansa und ihre Passagiere vorerst nicht fürchten. Ufo und das Unternehmen hatten sich am Freitag darauf geeinigt, ihren Tarifkonflikt auf dem Wege einer Schlichtung beizulegen. Damit gilt von Samstag an wieder Friedenspflicht.

Mit der Vereinbarung über eine Schlichtung zeigt der Ausstand der Flugbegleiter eine Woche nach Beginn Wirkung. Am bislang letzten Streiktag hatte Europas größte Fluggesellschaft am Freitag weit mehr als die Hälfte ihrer Flüge streichen müssen, mehr als 100 000 Reisende waren von dem beispiellosen Ausstand betroffen. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung. Chaos gab es aber weder an Flughäfen, Bahnhöfen noch auf den Autobahnen.

Nach Angaben der Tarifparteien geht es im Schlichtungsverfahren in erster Linie um die Vergütungen und eine Ergebnisbeteiligung für die rund 18 000 Flugbegleiter. Ein Schlichtungsabkommen über die Modalitäten des Verfahrens soll bis zum kommenden Mittwoch vorliegen. Wer die Rolle des Schlichters übernimmt, darüber soll laut Lufthansa «möglichst bis Ende kommender Woche Einvernehmen erzielt werden».

«Ab morgen herrscht bis zur endgültigen Annahme oder Ablehnung des Schlichtungsspruches eine uneingeschränkte Friedenspflicht, so dass Fluggäste der Lufthansa vorerst nicht mit weiteren streikbedingten Flugausfällen rechnen müssen», teilte Lufthansa weiter mit.

Auch alle anderen strittigen Fragen sollen auf den Tisch kommen, wie zum Beispiel das Thema Leiharbeit. «Beide Seiten sind sich darüber einig, dass auch die im Schlichtungsverfahren nicht regelbaren Themen rasch gelöst werden müssen», heißt es in einer Lufthansa-Mitteilung. «Damit ist die Ufo sehr zufrieden», sagte deren Vorsitzender Nicoley Baublies. Es sei der Gewerkschaft immer um ein Gesamtpaket gegangen. Die Ankündigung der Lufthansa, künftig keine Leih-Stewardessen mehr auf ihren Berlin-Verbindungen einzusetzen, sei ein «wichtiges Signal» gewesen.

Das Unternehmen verzichte «einseitig, auf absehbare Zeit und ohne weitere Vorbedingungen auf den Einsatz von externen Kabinencrews in Berlin», so Lufthansa-Chef Christoph Franz. Die rund 200 betroffenen Stewardessen der Zeitarbeitsfirma Aviation Power sollen im kommenden Jahr Jobangebote der Lufthansa erhalten. Noch am Freitag hatten die Leiharbeiter dafür gesorgt, dass Lufthansa aus Berlin Europaflüge anbieten konnte, während die Lufthansa-Crews streikten.

Luftverkehr / Tarife
08.09.2012 · 08:02 Uhr
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