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Strauss-Kahn soll mutmaßliches Opfer treffen

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Paris (dpa) - Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn muss sich wegen seines angeblichen Vergewaltigungsversuchs in Frankreich einer Konfrontation mit der Autorin Tristane Banon stellen. Die Ermittler entschieden, den 62-jährigen Strauss-Kahn und die 32 Jahre alte Schriftstellerin gemeinsam zu vernehmen.

Das teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Banon hat den sozialistischen Politiker Anfang Juli wegen einer mutmaßlichen Sex-Attacke, die sich vor acht Jahren ereignet haben soll, angezeigt. Zum Zeitpunkt der Anzeige stand Strauss-Kahn noch wegen ähnlicher Vorwürfe eines Zimmermädchens in New York unter Anklage. Das strafrechtliche Verfahren in den USA wurde aber eingestellt.

Banon hat eine Doppelvernehmung zuletzt als wünschenswert bezeichnet. «Ich will, dass er mir gegenüber sitzt und mir gerade heraus in die Augen sagt, dass es erfundene Ereignisse sind», sagte sie in einem Interview des französischen Radiosenders RTL.

Nach Aussage von Banon attackierte Strauss-Kahn sie im Jahr 2003 bei einem Interview-Termin für eines ihrer Buchprojekte. Für das Gespräch sei sie in eine unbewohnte Pariser Wohnung eingeladen worden. Strauss-Kahn bestreitet jegliche Gewaltanwendung gegenüber der jungen Frau. Vor den französischen Ermittlern soll er jedoch einen Anmachversuch eingeräumt haben.

Zum Termin für die Gegenüberstellung äußerte sich die Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist nach Angaben seiner Anwälte zu der Konfrontation bereit. Seit Donnerstag hält sich Strauss-Kahn allerdings in Marokko auf, wo er mit seiner Frau Anne Sinclair eine Ferienresidenz besitzt.

Strauss-Kahn galt bis zu den Vorwürfen in New York und Paris als aussichtsreicher möglicher Kandidat für die Nachfolge von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

Banons Anwalt David Koubbi forderte die Staatsanwaltschaft unterdessen auf, Zeugen Anonymität zuzusichern. Nach Angaben Koubbis sind mehrere Personen bereit, angeblich belastendes Material gegen Strauss-Kahn zu liefern, wenn ihre Namen nicht veröffentlicht werden. Es gebe Angst vor Druck und Repression, schrieb er nach Angaben der Tageszeitung «Le Figaro» vom Freitag an die Staatsanwaltschaft.

Der Anzeige von Banon war die Festnahme und Anklage Strauss-Kahns in den USA vorausgegangen. Das Zimmermädchen Nafissatou Diallo hatte ihn im Mai in New York wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt und ihm vorgeworfen, sie zu Oralsex gezwungen zu haben. Er trat daraufhin als Chef des Weltwährungsfonds zurück. Weil es Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Frau gab, wurde das Strafverfahren gegen Strauss-Kahn im August eingestellt. Er konnte in sein Heimatland Frankreich zurückkehren. Ein Zivilverfahren läuft allerdings noch.

Affären / Kriminalität / Frankreich
23.09.2011 · 15:05 Uhr
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