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Strauss-Kahn kämpft um Freilassung auf Kaution

New York (dpa) - Eine Million für die Freiheit: Dominique Strauss-Kahn hat eine gewaltige Summe angeboten, um die Gefängniszelle verlassen zu können.

Der Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds wollte die umgerechnet 700 000 Euro am Donnerstag bei einem New Yorker Gericht hinterlegen, um in Freiheit auf seine Verhandlung warten zu können. Drei Tage zuvor war ein ähnliches Angebot noch abgelehnt worden - wegen Fluchtgefahr. Eine Entscheidung sollte noch am Abend fallen.

Dem Franzosen wird vorgeworfen, am Samstag das Zimmermädchen eines Hotels überfallen zu haben. Laut Anklage wollte er Oral- und Analsex erzwingen, die 32-Jährige habe aber leicht verletzt fliehen können. Der Franzose, vor einer Woche noch einer der mächtigsten Männer der Welt, saß die letzten Tage in einer Einzelzelle auf Rikers Island, einer Gefängnisinsel im New Yorker East River mit 14 000 Insassen.

Vor dem State Supreme Court in Manhattan gaben sich die Anwälte des 62-Jährigen optimistisch. «Wir haben Bedingungen zugesagt, die alle Bedenken zerstreuen können, dass Mr. Strauss-Kahn die Stadt verlässt», hieß es. «Und wir hoffen, ihn umgehend von Rikers Island zu holen.» Strauss-Kahn habe auch versprochen, New York nicht zu verlassen und wenn nötig eine elektronische Fußfessel zu tragen.

Hunderte Reporter und Schaulustige standen schon Stunden vor der Anhörung vor dem Gericht. Vor dem Eingang bildete sich eine lange Schlange, an jeder Ecke war Französisch zu hören. Am Eingang des Gerichtssaals im 13. Stock hing die Terminliste mit mehr als drei Dutzend Namen, alles Kautionsverfahren für den Tag. Der Name Dominique Strauss-Kahn war nicht darunter - der Franzose wurde offenbar dazwischengeschoben.

Kurz vor dem Gerichtstermin hatte sich Strauss-Kahn-Anwalt William Taylor zuversichtlich geäußert. «Er ist unschuldig. Wir sind guter Hoffnung, ihn heute, morgen oder spätestens in der nächsten Woche freizubekommen», sagte der Verteidiger dem französischen Radiosender RTL. Auch Strauss-Kahn selbst sei guter Dinge. «Es geht ihm gut. Er ist optimistisch und gesund», ergänzte Taylor.

Kriminalität / Finanzen / USA
19.05.2011 · 19:56 Uhr
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