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Strafanzeige gegen Telekom-Mitarbeiter wegen unterlassener Hilfeleistung

Hannover/Greven (dts) - Die nordrhein-westfälische Polizei hat nach dem Selbstmord eines 18-jährigen Mannes in Greven Strafanzeige gegen zwei Mitarbeiter der Telekom in Hannover wegen unterlassener Hilfeleistung gestellt. Die Telekom-Beschäftigten hatten sich geweigert, die Identität eines Mannes zu offenbaren, der am 4. Februar in einem Internetforum seinen Selbstmord angekündigt hatte. Bis die Polizei über einen anderen Provider die Adresse des Mannes ermittelt hatte, vergingen fast drei Stunden, berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Als Rettungskräfte schließlich die Wohnung des 18-Jährigen öffneten, war der Mann bereits tot. Nach Auskunft der Polizei vergehen zwischen Anfrage und Wohnungsöffnung in der Regel etwa 20 Minuten. Die Telekom sei der einzige Internetanbieter, mit dem es regelmäßig solche Probleme gebe. Die Telekom begründet ihre Haltung mit mangelnder Rechtsgrundlage zur Gefahrenabwehr, die Polizei indes beruft sich auf eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster, nach dem Internetanbieter in solchen Fällen verpflichtet sind, Behörden Auskunft zu erteilen. Die Telekom wollte sich zu dem Fall nicht äußern, um mögliche Ermittlungen nicht zu beeinflussen.
DEU / Internet / Telekommunikation / Gesellschaft
27.02.2010 · 11:10 Uhr
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