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Stiftung Lesen: Schritt in die richtige Richtung

Mainz (dpa) - Als «Schritt in die richtige Richtung» hat die Stiftung Lesen das Abschneiden der deutschen Schüler beim Lesen in der neuen Pisa-Studie bewertet.

Um die Kinder noch weiter voranzubringen, müssten aber jenseits der Schule in Familien, Kindergärten und Bibliotheken mehr gemeinsame Anstrengungen unternommen werden, forderte der Hauptgeschäftsführer der gemeinnützigen Organisation, Heinrich Kreibich, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Vor allem die Familien seien gefordert. Nur acht Prozent der Väter würden ihren Kindern vorlesen.

Die neuen Pisa-Ergebnisse liegen vor, die deutschen Schüler haben sich beim Lesen etwas verbessert, wie bewerten Sie die Entwicklung?

Kreibich: «Ich denke, es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Besonders aufmerksam möchte ich darauf machen, dass die Lesefreude extrem gestiegen ist. Und das zeigt, dass - wenn wir die Lesefreude steigern - wir auch die Lesekompetenz steigern. Und dass es nicht nur um den Unterricht geht, sondern auch um Einstellungen von Kindern und Jugendlichen und deren Eltern.»

Aber die Studie lässt ja auch durchblicken, dass da noch Entwicklungspotenzial schlummert. Was muss da jetzt passieren?

Kreibich: «Wir sind leicht unter- oder leicht überdurchschnittlich, wenn Sie die naturwissenschaftlichen Fächer nehmen. Das heißt, wir sind noch lange nicht (...) in der Champions-League. Passieren muss, dass wir über den Lern- und Lebensort Schule hinaus die kulturelle Vernetzung von Familien, Kindergärten und Bibliotheken nach vorne bringen, weil nur im Rahmen solcher Netzwerke die Wertschätzung des Lesens, aber auch die Lesefreude gesteigert werden kann.»

Und für den Alltag der Kinder speziell, auch in der Schule, was genau muss da passieren?

Kreibich: «Ich glaube, wir sollten da nicht so sehr auf die Schule rekurrieren. Wir wissen aus der nationalen und internationalen Forschung, dass die Familie der entscheidende Ort für die Leseprägung von Kindern ist. Und das bedeutet, dass wir an dem Thema Familie nicht vorbeikönnen, dass wir Initiativen ergreifen müssen - und zum Teil ja als Stiftung Lesen auch schon ergreifen, - die gezielt dabei helfen, Lesefreude in den Familien zu schaffen. Eine Studie der Deutschen Bahn hat im letzten Jahr ergeben, dass nur acht Prozent der Väter ihren Kindern vorlesen. Auch darum geht es, wenn wir uns beklagen, dass die Jungs weniger lesen als die Mädchen, was ja heute auch wieder Thema war. Dann muss es darauf ankommen, auch die Väter als Vorlesevorbilder zu gewinnen, und nicht erst dann, wenn es um Leistungen in der Schule geht, sondern weit im Vorfeld.»

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Stiftung Lesen
Bildung / Schulen / Pisa
07.12.2010 · 20:52 Uhr
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