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Stichwort: Quelle

Quelle-EinkaufszentrumGroßansicht
Fürth (dpa) - Früher wurde der Versandkatalog noch in der Nachbarschaft herumgereicht und lag irgendwann auf fast jedem Küchentisch. Heute nennt sich Quelle «das größte Homeshopping- Unternehmen in Europa» und setzt vor allem auf das Internet.

Das Versandhaus arbeitet unter dem Dach der Primondo-Gruppe, in der der Arcandor-Konzern seine Versandaktivitäten gebündelt hat. Primondo beschäftigt knapp 20 000 Menschen in 28 Ländern; bei der Quelle GmbH mit Sitz im fränkischen Fürth arbeiten rund 8000 Beschäftigte. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 2,9 Milliarden Euro.

Am 9. Juni stellte die Arcandor AG in Essen Insolvenzantrag für sich und die Töchter Karstadt, Primondo und Quelle. Seitdem hoffen die Mitarbeiter, dass die Bundesregierung ihre Zustimmung zu einem Massekredit von insgesamt 50 Millionen Euro erteilt, um den Weiterbetrieb zu sichern. Bayern will dazu 21 Millionen Euro beisteuern. Sachsen, das ebenfalls um Arbeitsplätze bei Quelle bangt, hat vier Millionen Euro zugesagt. In Sachsen hängen rund 1300 Arbeitsplätze von Quelle ab, etwa im Versandhaus in Leipzig.

Die Insolvenz trifft Quelle mitten in einem tiefgreifenden Umbau, der in den vergangenen Jahren zu scharfen Einschnitten geführt hat. Das Unternehmen hatte die Bedeutung des Internets für den Handel zu spät erkannt; zudem gibt es mit dem Hamburger Versandhändler Otto einen scharfen Konkurrenten. Ziel ist nun die strategische Neuausrichtung auf das Internet-Geschäft, in dem nach Überzeugung des Managements die Zukunft des Versandhandels liegt. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2008/09 (30. September) gab es Online-Bestellungen für 720 Millionen Euro, das waren 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Gegründet wurde Quelle von dem Fürther Kaufmann Gustav Schickedanz (1895-1977). Als «Geburtstag» gilt der 26. Oktober 1927, an dem das Unternehmen in das Handelsregister am Amtsgericht Fürth eingetragen wurde. Quelle wuchs schnell und begann auch nach dem Zweiten Weltkrieg rasch wieder zu florieren. Nach dem Tod des Firmengründers führte dessen Witwe Grete Schickedanz (1911-1994) das Unternehmen weiter. 1999 fusionierte Quelle mit Karstadt zum KarstadtQuelle- Konzern, der später in Arcandor umbenannt wurde. Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die Tochter von Gustav und Grete Schickedanz, ist Großaktionärin bei dem Unternehmen.

Handel / Arcandor / Quelle / Thema
29.06.2009 · 23:11 Uhr
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