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Stichwort: Die Schachtanlage Asse

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Wolfenbüttel (dpa) - Aus dem um 1900 angelegten Salzbergwerk Asse wurde bis 1916 Kali, später Steinsalz gewonnen. Anfang der 60er Jahre wurde die Grube unwirtschaftlich und stand zum Verkauf.

Die Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) erwarb die Anlage für 900 000 Mark (rund 450 000 Euro) 1965 im Auftrag der Bundesrepublik, um dort ein Endlager für Atommüll oder ein Forschungsbergwerk einzurichten. Die Asse liegt östlich von Wolfenbüttel, knapp 20 Kilometer von Niedersachsens zweitgrößter Stadt Braunschweig entfernt.

Bis 1978 wurden 126 000 Behälter mit schwach- und 1300 mit mittelradioaktivem Müll unter die Erde gebracht. Was genau eingelagert wurde, ist bis heute unklar. Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll. Die Genehmigung verlief problemlos, ein Planfeststellungsverfahren war gesetzlich noch nicht vorgeschrieben. Das alte Salzbergwerk wurde nach Bergrecht betrieben. Die Verantwortung lag beim Bundesforschungsministerium, das Bundesumweltministerium gab es in 60er Jahren noch nicht.

Nach etlichen Pannen und Versäumnissen ist dem ehemaligen Betreiber, der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF), die später im Helmholtz-Zentrum München aufging, zum Jahresbeginn 2009 die Verantwortung entzogen worden. Seit Januar ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS/Salzgitter) zuständig, dass direkt dem Bundesumweltministerium untersteht. Mit dem Betreiberwechsel ging einher, dass die Schachtanlage Asse unter Atomrecht fällt.

Chronik / Atom / Asse
15.07.2009 · 11:58 Uhr
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