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Stichwort: Der Hebel für den Rettungsschirm

Frankfurt/Main (dpa) - Die Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF soll erhöht werden - durch eine auf den ersten Blick wundersame Geldvermehrung. Denn das Kreditvolumen von 440 Milliarden Euro und das Garantievolumen von 780 Milliarden Euro sollen nicht aufgestockt werden.

Trotzdem soll der Finanzspielraum des Rettungsschirms auf ein bis zwei Billionen Euro gesteigert werden. Wie kann das funktionieren?

Diskutiert wird derzeit eine Art Versicherungslösung. Der EFSF würde bei neuen Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder für etwa 20 bis 30 Prozent der Risiken für Investoren garantieren. Ein Beispiel: Ein Land braucht 100 Euro. Es bringt eine Anleihe im Wert von 100 Euro auf den Markt, statt einen Kredit über 100 Euro beim EFSF aufzunehmen. Der Rettungsschirm garantiert für 20 Prozent der Anleihe, also für 20 Euro. Kann der Staat die Anleihe nicht zurückzahlen, muss der EFSF dem Investor 20 Euro zahlen.

Ein Kredit an das Land hätte den Rettungsfonds dagegen 100 Euro gekostet. Rein rechnerisch würde sich die Schlagkraft des EFSF bei einer Versicherungslösung um das Fünffache erhöhen.

Wie groß die sogenannte Hebelwirkung tatsächlich ausfällt, dürfte von der genauen Ausgestaltung und dem Umfang der Versicherung abhängen. Hauptaufgabe des Rettungsschirms ist es, überschuldeten Euroländern im Notfall Kredite zu geben. Dafür wurde er mit 440 Milliarden Euro Kreditvolumen und 780 Milliarden Euro Garantievolumen ausgestattet. Die Eurostaaten garantieren dafür, dass der Fonds mit genug Geld ausgestattet wird.

EU / Finanzen
20.10.2011 · 09:57 Uhr
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