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Steinmeier: Abzug aus Afghanistan erst nach 2013

Berlin (dts) - Ein Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan wird nach den Worten von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erst in den Jahren nach 2013 beginnen können. Bis dahin müssten die Voraussetzungen für das Abrücken geklärt sein, dann hoffe er "auf eine nachhaltige Truppenreduzierung in der dann folgenden Legislaturperiode", sagte der SPD-Kanzlerkandidat in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Focus". "Wir sind keine Besatzungsarmee und haben da keine Daueraufgabe." Eine Festlegung auf einen konkreten Beginn des Abzugs lehnte Steinmeier ab: "Natürlich wollen die Deutschen wissen, wann die Soldaten zurückkehren. Aber wer jetzt eine Jahreszahl nennt, spielt den Terroristen in Afghanistan in die Hände. Die wissen dann genau, wie lange sie überwintern müssen." Der Außenminister sprach sich sowohl gegen eine weitere Aufstockung der Bundeswehr am Hindukusch als auch gegen deutsches Engagement in andere Regionen Afghanistans als bislang aus. "Die zivilen Hilfsorganisationen und die Bundeswehr sind im Norden gut vernetzt, kennen die politischen Akteure und die Stammesstrukturen. Es wäre kompletter Unsinn, diesen Vorteil aufzugeben und in andere Regionen zu rotieren", sagte Steinmeier dem selben Magazin. Zudem hätten Bundesregierung und Bundestag die Truppenstärke erst vor einem Jahr auf 4.500 Soldaten erhöht. Für eine weitere Aufstockung nach der Bundestagswahl sehe er "nach Lage der Dinge keine Notwendigkeit". Steinmeier betonte, er habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass die Bundeswehr nicht "nur zum Brunnenbohren" in Afghanistan sei. "Der Einsatz war von vornherein ein Kampfeinsatz mit Risiko für die Soldaten – aber auch mit der Notwendigkeit, militärische Mittel einzusetzen, wenn es gerechtfertigt ist."
DEU / Bundeswehr
19.09.2009 · 05:53 Uhr
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