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Steinbrück: Ratingagenturen agieren unverantwortlich

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Berlin (dpa) - Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat den Ratingagenturen nach der angedrohten Herabstufung der meisten Euro-Staaten unverantwortliches Handeln vorgeworden.

«Es kann nicht sein, dass das Wohl und Wehe der europäischen Staaten von der Daumenhaltung demokratisch nicht legitimierter Ratingagenturen abhängig gemacht wird», sagte Steinbrück am Dienstag am Rande des SPD-Bundesparteitags in Berlin. Dies sei «ungeheuerlich».

An den realwirtschaftlichen Daten in Deutschland habe sich in den vergangenen Monaten nichts geändert. «Im Grunde genommen sind wir nach wie vor noch Alice im Wunderland», sagte Steinbrück. Warum dann eine Ratingagentur wie Standard & Poor's einen solch negativen Ausblick abgebe, der von den Märkten nervös aufgenommen werde, halte er für unverantwortlich. Er würde sich wünschen, dass der zuständige EU-Kommissar «sehr viel schneller, sehr viel rigider und strikter diese Ratingagenturen einer Regulierung unterwirft».

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte auf einen Schlag die Kreditwürdigkeit von 15 Staaten der Eurozone - auch Deutschland - unter verschärfte Beobachtung gestellt. Je nachdem, wie der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag ausfällt, droht eine massenhafte Herabstufung.

EU / Finanzen / Rating
06.12.2011 · 15:07 Uhr
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