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Steinbach kritisiert Merkel wegen Umgangs mit Sarrazin

Vertriebenen-Chefin Erika Steinbach hat Kanzlerin Merkel wegen ihrer klaren Distanzierung vom umstrittenen Bundesbankvorstandsmitglied Thilo Sarrazin kritisiert (Archiv).Großansicht

Berlin (dpa) - Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach hat Kanzlerin Angela Merkel wegen ihrer klaren Distanzierung vom umstrittenen Bundesbankvorstandsmitglied Thilo Sarrazin kritisiert.

Der Umgang mit Sarrazin in der aufgeheizten Integrationsdebatte sei «grottenverkehrt» gewesen, sagte die CDU-Abgeordnete am Mittwoch nach Teilnehmerangaben bei einer Klausur der Unionsfraktionsspitze im Bundestag. Sarrazin sei an den Pranger gestellt worden.

Merkel hatte Sarrazin allerdings nicht dafür kritisiert, dass er die Debatte über die oftmals schlechte Integration von Migranten angestoßen hat. Sie sprach sich selbst dafür aus, die statistisch erhöhte Gewaltbereitschaft strenggläubiger muslimischer Jugendlicher nicht zu tabuisieren. Erst als Sarrazin Thesen über jüdisches Erbgut äußerte, «war es bei mir vorbei, Schluss, aus», sagte Merkel in der Sitzung. Sie hatte deutlich gemacht, dass sie sich von einem Mitglied des Bundesbankvorstands mehr Zurückhaltung erwarte, auch wenn die Regierung der unabhängigen Bundesbank keine Vorgaben machen könne.

Sarrazin hat seine Äußerung, alle Juden teilten ein bestimmtes Gen, inzwischen als Dummheit bezeichnet. Steinbach war in der Diskussion im Fraktionsvorstand isoliert, hieß es.

Der Bundesbankvorstand hatte vergangene Woche beschlossen, sich von Sarrazin zu trennen. Über die Abberufung entscheidet Bundespräsident Christian Wulff. Die Bundesregierung muss vorher dazu noch eine Stellungnahme abgeben. Die Prüfung im zuständigen Finanzministerium läuft noch.

Migration / Integration / CDU / CSU
08.09.2010 · 22:00 Uhr
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