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Stadelheim: Gefängnis mit Nazi-Vergangenheit

Justizvollzugsanstalt StadelheimGroßansicht
München (dpa) - Im Münchner Gefängnis Stadelheim gibt es etwa 1400 Haftplätze, einen davon belegt seit Anfang Mai dieses Jahres der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk. Damit sitzt der 89-Jährige in einer Haftanstalt, deren Geschichte eng mit dem Nationalsozialismus verstrickt ist.

So wurden in Stadelheim die Mitglieder der Widerstandsgruppe «Weiße Rose» um die Geschwister Sophie und Hans Scholl hingerichtet.

Das Gefängnis im Stadtteil Obergiesing hatte laut der Publikation «Hingerichtet in München-Stadelheim» eine wichtige Funktion, um jede Form von Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu unterdrücken. Die Zahl der dort von den Nazis vollstreckten Todesurteile soll bei mehr als 1000 liegen. Adolf Hitler ließ in Stadelheim aber auch seinen innerparteilichen Widersacher Ernst Röhm umbringen. Auf dem Friedhof am Perlacher Forst neben dem Gefängnis liegen 93 Tote, die aus politischen Gründen hingerichtet wurden.

Vor der Machtübernahme der Nazis saß Hitler 1922 selbst kurzzeitig wegen Landfriedensbruchs in Stadelheim. Er hatte gewaltsam verhindert, dass einer seiner Gegner im Münchner Löwenbräukeller das Wort ergreifen konnte. Baubeginn für den Komplex an der Stadelheimer Straße in München war 1892. Seit 1965 ist das Gelände von einer etwa sechs Meter hohen Mauer umringt. Heute sitzen dort meist Untersuchungshäftlinge und Männer, die kurze Haftstrafen verbüßen. Die Krankenabteilung hat Platz für etwa 100 Häftlinge.

http://tinyurl.com/ylxmzux

Prozesse / Nationalsozialismus
30.11.2009 · 13:31 Uhr
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