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Staaten erhöhen Druck auf ivorischen Machthaber

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New York/Genf (dpa) - Die internationale Gemeinschaft hat den Druck auf den bisherigen Präsidenten der Elfenbeinküste und Wahlverlierer Laurent Gbagbo erhöht. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas drohte dem Machthaber offen mit Gewalt, sollt er seinen Posten nicht räumen.

Die UN erkannten indirekt den Oppositionskandidaten Alassane Ouattara als neuen Staatschef an, UN- Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte dies als «wichtige Entscheidung». Die Zentralbank für Westafrikanische Staaten will Gbagbo den Geldhahn zudrehen. Angesichts anhaltender Unruhen fliehen tausende Menschen aus dem Krisenland.

Ein Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte in New York, die indirekte Anerkennung Ouattaras durch die Vereinten Nationen spiegele die gemeinsame Position der internationalen Gemeinschaft wider. Das Credentials Committee der UN- Generalversammlung - quasi das Parlament der 192 UN-Staaten - hatte Ouattaras Kandidaten Youssouf Bamba am Donnerstagabend (Ortszeit) einstimmig als UN-Vertreter des Landes akzeptiert. Zugleich war dem bisherigen UN-Botschafter, einem Vertrauten Gbagbos, die Akkreditierung entzogen worden.

Die Staatengemeinschaft Ecowas forderte nach einem Treffen am Freitag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja, Gbagbo müsse friedlich abtreten. Andernfalls könne der «Gebrauch gerechtfertigter Gewalt» zu den möglichen Reaktionen gehören, hieß es in einem Kommuniqué.

Die für die Staaten der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion zuständige Zentralbank teilte in Guinea-Bissau mit, nur der legitim gewählte Präsident der Elfenbeinküste dürfe Zugriff auf Bankguthaben bei dem Institut haben. Auch alle Regionalbanken seien aufgefordert, für die Einhaltung dieser Entscheidung zu sorgen, mit der Gbagbo von weiteren Finanzmitteln abgeschnitten werden sollte.

Unterdessen fliehen Tausende Menschen vor den Unruhen in der Elfenbeinküste nach Liberia. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) registrierte in einem Monat etwa 14 000 Menschen, wie es am Samstag in Genf mitteilte. Die Flüchtlinge - mehrheitlich Frauen und Kinder - hätten nach langen Fußmärschen im Osten des Nachbarlandes Zuflucht gefunden.

Dort würden bereits Lebensmittel knapp, für die angestammte Bevölkerung sei die Situation belastend. UN- Helfer hätten unter den Ivorern auch Malariakranke registriert. Es habe auch schon Tote unter den Flüchtlingen gegeben, erklärte die UN-Organisation.

Nach der Präsidentenwahl Ende November in der Elfenbeinküste war Oppositionspolitiker Ouattara zum Sieger erklärt worden. Doch der bisherige Präsident Gbagbo weigert sich, das Ergebnis anzuerkennen, und ließ sich erneut vereidigen. Seitdem kommt es in dem westafrikanischen Land immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen schon zahlreiche Menschen ums Leben kamen.

UN / Flüchtlinge / Elfenbeinküste
26.12.2010 · 16:36 Uhr
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