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Sri Lanka: UN-Büro nach Protesten geschlossen

Colombo (dts) - Die Vereinten Nationen (UN) haben ihr Büro in der Hauptstadt Sri Lankas, Colombo, nach Protesten geschlossen. Der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat überdies UN-Vertreter aus dem Inselstaat abgezogen. Grund waren gewalttätige Proteste gegen eine UN-Kommission, die untersuchen soll, ob die srilankische Armee in der Endphase des Bürgerkrieges Kriegsverbrechen begangen hat. Auch Verletzungen des Menschenrechts sollten untersucht werden. Der Bauminister Sri Lankas, Wimal Weerawansa, befindet sich seit dem heutigen Donnerstag in einem Hungerstreik, als Zeichen des Protests gegen die geplante Untersuchung. Der Politiker der nationalistischen Partei NFF hält die Verdachtsmomente für haltlos und will mit seinem Hungerstreik die Auflösung der UN-Kommission erzwingen. In Sri Lanka herrscht seit gut einem Jahr offiziell Friede, nachdem es zuvor von einem mehr als 25-jährigen Bürgerkrieg erschüttert wurde, in dem Rebellen der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) für einen unabhängigen eigenen Staat kämpften. Nach UN-Schätzungen fielen diesem Bürgerkrieg 80.000 bis 100.000 Menschen zum Opfer, allein 7.000 Zivilisten seien in den letzten Monaten des Bürgerkrieges Opfer des Krieges geworden. Sowohl den LTTE-Rebellen, als auch der Regierung des Inselstaates, wird seitens von Menschenrechtsgruppen vorgeworfen, gezielt auf Zivilisten geschossen zu haben und diese als lebende Schutzschilde missbraucht zu haben.
Sri Lanka / Gesellschaft / Proteste / Weltpolitik
08.07.2010 · 21:35 Uhr
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