News
 

Sri Lanka hat neuen Präsidenten gewählt

Präsidentschaftswahlen in Sri LankaGroßansicht
Colombo (dpa) - Acht Monate nach dem militärischen Sieg über die tamilischen Rebellen in Sri Lanka haben die Bürger des südasiatischen Inselstaates ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Nach Angaben der Wahlkommission nahmen mehr als 70 Prozent der 14 Millionen Wahlberechtigten an der Abstimmung teil.

Lediglich im früheren Bürgerkriegsgebiet im Norden gaben nur etwa ein Viertel der Menschen ihre Stimme ab. Mit dem Endergebnis wird am Mittwoch gerechnet. Beobachter erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden Präsidenten Mahinda Rajapakse und dem früheren Armeechef Sarath Fonseka, den ein Oppositionsbündnis ins Rennen geschickt hatte.

Die Wahlen wurden von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Landesweit waren 70 000 Polizisten im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf der Wahl zu gewährleisten. Zudem verfolgten etwa 20 000 Wahlbeobachter aus dem In- und Ausland die Abstimmung. Größere Zwischenfälle und Unregelmäßigkeiten wurden zunächst nicht gemeldet.

Auf der nördlichen Halbinsel Jaffna waren in den Morgenstunden allerdings mehrere Explosionen zu hören. Die Polizei bestätigte die Detonationen, machte dazu jedoch keine weiteren Angaben. Andernorts gab es nach Medienberichten Zusammenstöße zwischen Anhängern Rajapakses und Fonsekas. Vereinzelt sei zudem versucht worden, Wähler und Wahlbeobachter einzuschüchtern. Im Verlauf des sechswöchigen Wahlkampfes hatte es zahlreiche gewaltsame Auseinandersetzungen gegeben, bei denen vier Menschen ums Leben gekommen waren.

Amtsinhaber Rajapakse zeigte sich nach der Stimmabgabe zuversichtlich. «Ich bin sicher, dass ich die Wahl gewinnen werde», sagte der 64-Jährige in seiner Heimatstadt Medamulana im Süden der Insel. Insgesamt stellten sich 22 Kandidaten der Abstimmung.

Wie sein schärfster Rivale Fonseka warb der Staatschef damit, den jahrzehntelangen Bürgerkrieg gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) gewonnen zu haben. Der Sieg über die LTTE im Mai vergangenen Jahres hatte Rajapakse zu einem Popularitätsschub bei der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit verholfen. Daraufhin kündigte dessen Vereinte Freiheitsallianz (UPFA) im Oktober an, die ursprünglich erst für Ende 2011 geplanten Wahlen vorzuziehen.

Ende November gab Fonseka seine Kandidatur bekannt. Er hatte die Streitkräfte in den letzten Monaten des Bürgerkriegs militärisch geführt. Unterstützt wurde Fonseka unter anderem von der Vereinten Nationalpartei (UNP) von Oppositionsführer und Ex-Premier Ranil Wickremesinghe und der einst LTTE-nahen Tamilischen Nationalallianz. Auch die ehemalige Präsidentin Chandrika Kumaratunga, die Rajapakses UPFA angehört, hatte sich überraschend für Fonseka ausgesprochen.

Wahlen / Sri Lanka
26.01.2010 · 13:46 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
29.03.2017(Heute)
28.03.2017(Gestern)
27.03.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen