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Sprache und Flagge: Franzosen für Identität

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Paris (dpa) - Trotz Globalisierung und europäischer Einigung: die nationale Identität liegt den Franzosen sehr am Herzen. Anfang dieser Woche startet der Minister für Einwanderung und nationale Identität, Eric Besson, flächendeckend in allen Regionen eine öffentliche Debatte über dieses Thema.

Die Initiative der derzeit unpopulären Regierung fünf Monate vor den Regionalwahlen irritiert die Linke, aber findet bei einer Mehrheit der Franzosen Zustimmung.

Für 98 Prozent der Franzosen ist die französische Sprache wichtig für die nationale Identität. Das ergab eine Umfrage des Instituts CSA, die am Sonntag von der Zeitung «Le Parisien» veröffentlicht wurde. 92 Prozent bezeichnen die Republik und 88 Prozent die Flagge als wesentlich. Den Laizismus - die Trennung von Kirche und Staat - zählen 85 Prozent dazu. Und starke 73 Prozent halten die Aufnahme von Einwanderern für ein wichtiges Element ihrer Identität. Außerdem stehen die Franzosen zu ihrem Öffentlichen Dienst, der für 91 Prozent einfach dazu gehört.

«Die französische Sprache ist entscheidend», erklärt der Schriftsteller und frühere Minister Max Gallo. «Eine Sprache ist eine Art zu denken und die Geschichte einer Nation zu leben.» Abweichend von vielen Parteifreunden lobte die Sozialistin Ségolène Royal die Debatte, die ihren Vorschlag von 2007 aufgreife. Die nationale Identität definiere sich aus der Französischen Revolution und den Werten Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Die Menschenrechtsorganisation SOS Racisme wertet die von der Regierung verordnete Debatte dagegen als Versuch, Wähler zurückzugewinnen. Man laufe dabei Gefahr, den Rechtsradikalen den Weg zu bereiten.

Gesellschaft / Frankreich
01.11.2009 · 13:36 Uhr
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