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Spitzenkandidat der Nord-CDU gibt auf

von Boetticher auf Plakat überklebtGroßansicht

Kiel (dpa) - Die schleswig-holsteinische CDU ist neun Monate vor der Landtagswahl zu einem Neustart gezwungen. Nach dem Verzicht des Landesvorsitzenden Christian von Boetticher auf die Spitzenkandidatur und seinem Rückzug als Parteichef steckt die Union in einer tiefen Führungskrise.

Auslöser war eine Liebesbeziehung zu einer 16-Jährigen, die der 40-Jährige im vergangenen Jahr hatte. Bisher führt von Boetticher auch die Landtagsfraktion der CDU. Wie es dort an der Spitze weitergeht, wird an diesem Dienstag entschieden. Heute werden weitere Gespräche geführt.

Bei seiner Rücktrittserklärung am Abend bekannte sich von Boetticher zu seiner damaligen Liebesbeziehung und sprach von einem politischen Fehler. Das Verhältnis zu dem Teenager stammte aus der Zeit vor von Boettichers Vornominierung zum Spitzenkandidaten. Dafür hatte ihn Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) vorgeschlagen.

Wer auf diesen Posten nun gewählt wird, muss relativ schnell geklärt werden. Der Parteitag zur Aufstellung der Landesliste für die Landtagswahl am 6. Mai 2012 ist für den 4. November angesetzt. Als Favorit gilt in Kiel nun weithin Landeswirtschaftsminister Jost de Jager (46). Offen ist auch, wer neuer CDU-Landesvorsitzender werden soll.

Rechtlich ist eine intime Beziehung zu einer 16-Jährigen zulässig. Ministerpräsident Carstensen hatte von Boetticher aber darauf hingewiesen, der Vorgang habe «mehr als eine nur rechtliche Dimension». Der geschäftsführende Landesvorstand der Nord-CDU nahm die Rücktrittsentscheidung in einer Erklärung «mit Respekt zur Kenntnis». Von Boetticher habe «deutlich gemacht, dass er die moralische Komponente falsch eingeschätzt hat».

Parteien / CDU / Schleswig-Holstein
15.08.2011 · 11:15 Uhr
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