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"Spiegel": Unmut in der Bundesregierung über Commerzbank

Berlin (dts) - Die Entscheidung der Commerzbank, sich vollständig aus der Schiffsfinanzierung zurückzuziehen, sorgt auch in der Bundesregierung für Unmut. "Das ist ein Signal zur Unzeit", sagte Hans-Joachim Otto (FDP), Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Er wolle die unternehmerische Entscheidung der Bank nicht kritisieren, aber "ich bin natürlich nicht erfreut".

Die Reeder könnten sich ohnehin kaum noch finanzieren, weil sich auch andere Banken abwendeten. Der Vorstand der Commerzbank hatte am vergangenen Dienstag überraschend angekündigt, aus dem Geschäft mit der Schiffsfinanzierung und aus dem Bereich Gewerbeimmobilien auszusteigen. Noch vor drei Monaten hatte Konzernchef Martin Blessing beide Segmente zum Kerngeschäft der Bank erklärt. Über die Kehrtwende der Bank wurde weder der Vorstand der Tochter Deutsche Schiffsbank in Hamburg vorab informiert noch der Aufsichtsrat. Zwar hat die Commerzbank gerade die neuen Kapitalvorgaben der Europäischen Bankenaufsicht EBA übererfüllt, doch in Bankenkreisen heißt es, wenn sich die Euro-Krise weiter verschärfe, dürften bald neue Lücken entstehen. Der Kurswechsel des Mutterkonzerns sei deshalb "eher die Entscheidung eines vorsichtigen Kaufmanns und nicht eines Fallschirmspringers", sagte Schiffsbank-Chef Stefan Otto dem "Spiegel".
DEU / Finanzindustrie
01.07.2012 · 08:13 Uhr
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