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Spiegel: Spitzelaffäre bei der Deutschen Bank weitet sich aus

Frankfurt/Main (dts) - Die Spitzelaffäre bei der Deutschen Bank nimmt offenbar immer größere Ausmaße an. Die Konzernsicherheit ließ nach einem Bericht des "Spiegels" im Rahmen einer Überprüfung des Sicherheitskonzepts der Bank mehrere Deutsche-Bank-Manager und -Aufsichtsräte sowie externe Kritiker durch eine Detektei bespitzeln. Die Anzahl der Betroffenen bewegt sich im einstelligen Bereich. Die beauftragten Ermittler gingen dabei "entschieden zu weit", sagte ein Insider dem Magazin, "sowohl bei den Personen wie auch bei den eingesetzten Mitteln". Unter anderem wurden offenbar von Vorständen der Bank Bewegungsprofile erstellt sowie in einem Fall die Ehefrau ausgeforscht. Einer der betroffenen Vorstände soll Hermann-Josef Lamberti sein, zuständig für den EDV-Bereich. Im Aufsichtsrat war ein Arbeitnehmervertreter das Opfer des Spähmanövers. Die Nachforschungen im Umfeld der Bank zielten unter anderem auf Personen, die im weiteren Sinne dubiosen Aktionärsschützerkreisen und dem Umfeld des Medienunternehmers Leo Kirch zuzuordnen sind. Es kam dabei aber nicht zu flächendeckenden Nachforschungen, sondern nur zu punktuellen Einzelaktionen. Der Schwerpunkt der Schnüffelangriffe fällt ins Jahr 2006. Damals unterstand die Konzernsicherheit zeitweise noch dem heutigen Aufsichtsratschef Clemens Börsig. Die Betroffenen wurden nie informiert, die Aktion bankintern als Verschlusssache behandelt. Ein Sprecher der Deutschen Bank will dazu "keine Stellungnahme" abgeben. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat inzwischen eine Sonderprüfung eingeleitet. Für diesen Zweck beauftragten die Bankenwächter eine große Wirtschaftsprüfergesellschaft. Die Deutsche Bank lässt die Affäre durch eine externe Anwaltskanzlei abklären, so der Spiegel weiter.
DEU / Banken
29.05.2009 · 10:28 Uhr
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