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«Spiegel»: Ost-Linke wollen Lafontaine entmachten

Parteichef LafontaineGroßansicht
Berlin (dpa) - Die Linke steuert nach einem «Spiegel»-Bericht auf einen Machtkampf zwischen ostdeutschen Realos und dem Partei- und Fraktionsvorsitzenden Oskar Lafontaine zu.

In dem bereits länger schwelenden Streit diskutierten führende Realos nun Szenarien, mit denen nach der Bundestagswahl Lafontaines Macht beschnitten werden könne, berichtete das Nachrichtenmagazin am Samstag. Verhindert werden solle, dass er sich nach dem 2010 geplanten Ende der Doppelspitze zum alleinigen Parteichef wählen lasse. Bis zur Bundestagswahl solle aber ein interner Burgfrieden eingehalten werden.

Fraktionssprecher Hendrik Thalheim sagte dazu in Berlin: «Die Linke zieht geschlossen und einig in die Wahlkämpfe in Bund und Ländern mit Oskar Lafontaine und Gregor Gysi als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl.» Alles andere seien «Spekulationen des "Spiegel" ohne reale Grundlagen».

Die in Ostdeutschland teilweise regierungserprobten Realos werfen Lafontaine vor, selbstherrlich zu agieren und die Partei auf einen radikalen Oppositionskurs festzulegen. Dem «Spiegel» zufolge erwägen sie eine Satzungsänderung, damit 2010 erneut zwei Vorsitzende gewählt werden müssen. Als Alternative werde diskutiert, Lafontaine vom Parteivorsitz zu verdrängen, ihm dafür die Fraktionsführung zu überlassen und an seiner Stelle Gysi zum alleinigen Parteichef zu machen, schrieb das Magazin ohne Quellenangabe. Bislang teilt sich Lafontaine den Parteivorsitz mit Lothar Bisky, der aber 2010 aufhören will, und den Fraktionsvorsitz mit Gysi.

Parteien / Linke
08.08.2009 · 14:45 Uhr
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