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«Spiegel»: Handel mit Organen syrischer Flüchtlinge floriert

Not und Armut zwingen laut «Spiegel» immer mehr syrische Flüchtlinge dazu, eine Niere oder andere Körperteile an Organhändler zu verkaufen. Foto: Olivier Matthys/Archiv

Berlin (dpa) - Materielle Not und Armut zwingen nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» immer mehr syrische Flüchtlinge im Libanon dazu, eine Niere oder andere Körperteile an Organhändler zu verkaufen.

Derzeit würde ein Spender 7000 Dollar (5237 Euro) für eine Niere erhalten, berichtete das Magazin unter Berufung auf einen Anwerber eines libanesischen Organhändlerrings. Die Armut unter den Flüchtlingen sei so groß, dass es einen regelrechten Andrang von Verkaufswilligen gebe.

Dies habe bereits ein Sinken der Schwarzmarktpreise für Nieren nach sich gezogen. Die meisten Kunden, die zwischen 12 000 und 15 000 Dollar für eine Niere zahlen sollen, seien Ausländer aus den Golfstaaten, aber auch aus den USA und Europa, so der Mittelsmann.

Der Libanon bietet ideale Bedingungen für den internationalen Organhandel. Mehr als 800 000 syrische Flüchtlinge, von denen viele unter akuter Geldnot leiden, treffen hier auf zum Teil sehr reiche Kunden. Vor allem aber müssen die Organhändler keine staatlichen Kontrollen fürchten. «Das ist genau die Kombination, die Organhandel blühen lässt», zitiert «Der Spiegel» Luc Noël, den Transplantationsexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.

Konflikte / Flüchtlinge / Gesundheit / Syrien / Libanon
10.11.2013 · 12:57 Uhr
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