News
 

«Spiegel»: Einsparungen vielleicht Ursache für Pfusch

Köln (dpa) - Der Pfusch beim Kölner U-Bahn-Bau war nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Spiegel» möglicherweise von höherer Stelle einkalkuliert, um Geld zu sparen.

Für die Ermittler verdichteten sich die Hinweise, dass der Baupfusch nicht nur das Werk einzelner Mitarbeiter gewesen sein könne, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Inzwischen seien auch gefälschte Protokolle von einer Baustelle aufgetaucht, auf der die bisher verdächtigten Arbeiter gar nicht tätig gewesen seien. Flächendeckende Schlamperei bei der Bauausführung könne nach Expertenmeinung ein Hinweis darauf sein, dass hier «systematisch mit Rückendeckung» gehandelt worden sei. Der federführende Baukonzern Bilfinger Berger bestreitet dies.

In den Baustellen der Kölner U-Bahn fehlen teilweise mehr als 80 Prozent der stabilisierenden Metallverstrebungen in den Betonwänden.

Auch IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel glaubt, dass für die gravierenden Mängel beim Kölner U-Bahn-Bau nicht nur einzelne Arbeiter verantwortlich gewesen sein können. In einem Interview mit dem «Mannheimer Morgen» (Samstagsausgabe) sagte der Gewerkschaftschef, ein solcher Pfusch wie in Köln sei nur denkbar, «wenn ein ganzes System beteiligt ist». Massiver Kostendruck sei sicher eine der Ursachen: «Man hat angefangen, bei den Bauarbeitern zu sparen, dann bei den Ingenieuren, beim Material - mit dieser Endlosschraube muss Schluss gemacht werden.»

Kriminalität / U-Bahn
27.02.2010 · 11:31 Uhr
[1 Kommentar]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen