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"Spiegel": Bahn-Prüfer werfen Berliner S-Bahn "systematisches Missmanagement" vor

Berlin (dts) - Die Krise bei der Berliner S-Bahn ist offenbar durch systematisches Missmanagement des Tochterunternehmens der Deutschen Bahn verursacht worden und könnte den Konzern bis Ende des Jahres 350 Millionen Euro kosten. Zu diesem Ergebnis kommt nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" eine Sonderprüfung durch Anwälte und Wirtschaftsprüfer, die im Herbst von der Konzernleitung in Auftrag gegeben wurde. Der Prüfbericht solle noch in der kommenden Woche der Staatsanwaltschaft übergeben werden. Am Mittwoch wird Bahnchef Rüdiger Grube die Ergebnisse im Verkehrsausschuss des Bundestages vorstellen. Bei der Beschaffung und Wartung der S-Bahn-Züge der Baureihen 481/482, deren Reparaturanfälligkeit seit Frühsommer 2009 zu erheblichen Verkehrseinschränkungen führte, stellten die Prüfer schwere Defizite fest. Wartungsarbeiten an sicherheitsrelevanten Teilen wie Rädern und Bremssystemen seien unzureichend dokumentiert, weitere zentrale Unterlagen fehlten. Die Prüfer fanden zudem Hinweise auf Manipulationen bei Testfahrten oder deren Messergebnissen, die im Jahr 2005 die langfristige Haltbarkeit der Radscheiben nachweisen sollten. Der Bruch einer solchen Radscheibe, der im Mai vorigen Jahres zur Entgleisung eines S-Bahn-Zuges führte, hatte die Krise bei der Berliner S-Bahn ausgelöst. Hunderte von Zügen mussten in die Werkstätten.
DEU / Zugverkehr / Unternehmen
20.02.2010 · 11:21 Uhr
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