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SPD und Linke wollen Grüne ins Boot holen

Die Spitzenkandidaten der Thüringer Landtagswahl, Christoph Matschie (SPD, l) und Bodo Ramelow (Linke) am Wahlabend.
Berlin (dpa) - Die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast hat sich für ein rot-rot-grünes Bündnis im Saarland ausgesprochen. Zum Start in die heiße Wahlkampfphase schworen Künast und Spitzenkandidat Jürgen Trittin ihre Partei in Berlin zugleich auf einen entschlossenen Kampf um den dritten Platz vor der FDP im Bund sowie gegen die CDU ein.

«Wir wollen in den nächsten Wochen eine Million Wähler zusätzlich mobilisieren, damit wir dritte Kraft werden», sagte Trittin. Er bezog sich damit auf die Europawahl am 7. Juni, bei der die Grünen bei geringerer Wahlbeteiligung mit 3,2 Millionen Stimmen Platz drei schafften.

«Wir haben im Saarland dafür gekämpft, unter der Führung von Heiko Maas eine Regierung zu bilden», sagte Künast bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Blick auf den Saar-SPD-Chef. «Ich freue mich, dass die Grünen zuerst mit Heiko Maas Gespräche führen werden», sagte sie. «Ich wünsche Euch auf dieser Strecke viel Erfolg.» Für den Bund sagte Künast mit Blick auf ein etwaiges Bündnis mit CDU und FDP: «Wir werden (...) nicht mit einem neoliberalen Schiff nach Jamaika fahren.»

Klarheit über eine Koalition im Saarland könnte es doch schon vor der Bundestagswahl geben. Zwar soll erst ein Landesparteitag am 10. und 11. Oktober über Koalitionsverhandlungen entscheiden, bekräftigte Landeschef Hubert Ulrich. «Dass heißt nicht, dass die Bündnisentscheidung erst Anfang Oktober fallen wird», meinte Ulrich aber. «Es kann durchaus sein, dass sich bereits in den nächsten zwei, drei Wochen durch die Sondierungsgespräche eine Richtung andeutet.»

Ulrich ergänzte: «Es werden alle recht schnell erfahren, in welche Richtung es im Saarland gehen wird.» Möglich ist ein Bündnis der Grünen mit CDU und FDP ebenso wie mit SPD und Linken. Ulrich nannte keine Präferenzen: «Wenn man zwischen zwei Lagern hin- und herverhandeln kann, hat man ganz andere Optionen.»

Trittin zeigte sich optimistisch, dass die CDU im Bund nicht über 35 Prozent landen werde. «Da sind die noch ein ganzes Stück von entfernt.» Die Landtagswahlen im Saarland, in Thüringen und Sachsen habe das Unions-Wahlkampfkonzept fehlender klarer Aussagen durcheinandergewirbelt. «Es ist Unruhe im Schlafwagen», sagte Trittin. «Die Selbstgewissheit, dass man es einfach durch Nichtstun schaffen würde, diese Selbstgewissheit ist dahin.» Künast wertete die Landtagswahlen als Vorentscheidung: «Das ist das Ende der Kanzlerschaft von Angela Merkel.»

Für Thüringen bekräftigte Spitzenkandidatin Astrid Rothe-Beinlich ihre skeptische Haltung zum Gesprächsangebot von SPD und Linken. «Wir sind nicht der Lückenbüßer für eine Politik, die sich erstmal selbst einigen muss.» Die Grünen würden sich den Gesprächen aber nicht verweigern. Außer Rot-Rot und Rot-Rot-Grün ist in Thüringen auch ein Bündnis aus CDU und SPD möglich.

Koalition / Thüringen
04.09.2009 · 20:59 Uhr
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