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SPD und Grüne schicken Gauck ins Rennen

In der Diskussion um einen Nachfolger des zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler wird auch Joachim Gauck (Archivfoto) genannt.Großansicht
Berlin (dpa) - Der frühere DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck tritt als Kandidat von SPD und Grünen bei der Bundespräsidentwahl an. Beide Parteien verständigten sich am Donnerstag auf den 70-jährigen evangelischen Theologen.

Gauck gab seine Zustimmung, bei der Wahl am 30. Juni gegen den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) in der Bundesversammlung zu kandidieren. Die schwarz-gelbe Regierungskoalition hat in der Bundesversammlung eine klare Mehrheit.

Der erste Beauftragte der DDR-Stasi-Unterlagenbehörde sei auch ein Angebot an die Koalition, «von einer parteipolitisch motivierten Kandidatur abzusehen», sagte Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) den «Stuttgarter Nachrichten». Mit seiner besonderen Vertrauenswürdigkeit und Unabhängigkeit erfülle Gauck die wichtigsten Voraussetzungen für das höchste Staatsamt.

Der in Rostock geborene Pfarrer war nach der Wende Mitbegründer des Neuen Forums. Der Parteilose gehörte 1990 der ersten freigewählten Volkskammer an.

SPD und Grüne hatten zuvor vergeblich versucht, mit der Koalition über einen überparteilich akzeptablen Bewerber als Nachfolger von Horst Köhler ins Gespräch zu kommen. Nach Angaben von SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zwei entsprechende Vorstöße abgelehnt. Von Gaucks Kandidatur erhofft sich Rot-Grün in der Bundesversammlung auch Stimmen von Ostdeutschen aus dem Koalitionslager. Eher unwahrscheinlich ist allerdings, dass Gauck bei der Wahl von der Mehrheit der Delegierten der Linkspartei unterstützt wird.

Bundespräsident / SPD / Grüne
03.06.2010 · 18:17 Uhr
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