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SPD streitet für höhere Ärzte-Honorare

Berlin (dts) - Im Streit über die Sparanstrengungen im Gesundheitssystem schlägt sich die SPD auf die Seite der Mediziner. In einem Brief an die Bundestagsfraktion ruft der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dazu auf, die Kampagne des Hausärzteverbandes gegen die Pläne der schwarz-gelben Koalition aktiv zu unterstützen. "Die SPD steht an der Seite der Hausärzte", heißt es in dem Schreiben, das der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe) vorliegt.

Anstatt den Hausarztberuf unattraktiver zu machen, wie es Gesundheitsminister Philipp Rösler vorhabe, solle die Gruppe gestärkt werden. Ausdrücklich unterstützt Lauterbach dabei die Forderung der Ärzte nach besserer Bezahlung. Die Zahl der Hausärzte nehme jedes Jahr weiter ab, weil sich immer weniger Medizinstudenten für diese Tätigkeit entschieden. "Dies geht auch auf die deutlich schlechtere Honorierung von Hausärzten im Vergleich zu Fachärzten zurück", argumentiert er. Die schwarz-gelbe Koalition will den Anstieg der Honorare der Allgemeinmediziner um 500 Millionen Euro mindern. Sie sollen damit einen Beitrag zur Deckung der Finanzlücke von 11 Milliarden Euro leisten, die für 2011 erwartet wird. Dazu strebt Rösler (FDP) Änderungen am System der Hausarztverträge an, das die große Koalition aus Union und SPD beschlossen hatte Die Zahl der Ärzte in Deutschland sei zwar zu hoch, für die Gruppe der Hausärzte gelte dies jedoch nicht, schreibt Lauterbach. Hierzulande gebe es mehr als doppelt so viele Fachärzte wie Hausärzte. "Das ist eine besonders teure Fehlentwicklung", so der Ökonom. Denn insbesondere die Hausärzte könnten die dringend notwendige Vorbeugemedizin anbieten, weil sie ihre Patienten über lange Zeiträume versorgten. Rund 80 Prozent aller Krankheitsfälle könnten so vermieden, aufgeschoben oder gelindert werden. Lauterbach räumte ein, dass dieser Aspekt bei vielen Hausarztverträgen zu kurz käme. Die Qualität der Versorgung und Fortbildung müsste einen höheren Stellenwert bekommen. Dies könne man aber vorschreiben. Der Hausarzt müsse zum zentralen Akteur im System werden.
DEU / Gesundheit
25.07.2010 · 20:12 Uhr
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