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SPD-Chef Maas: Freizeit-Triathlet mit Ausdauer

Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD im Saarland, Heiko Maas ist für Gespräche mit der CDU über eine mögliche große Koalition. Foto: Fredrik von ErichsenGroßansicht

Saarbrücken (dpa) - Nicht nur im Sport, auch in der Politik zahlt sich Ausdauer aus. Heiko Maas dürfte das bekannt sein: Der Fußball-Fan und Freizeit-Triathlet führt bereits seit mehr als elf Jahren die Saar-SPD, ein Jahr länger schon die Landtagsfraktion.

In seiner Ägide ist den Sozialdemokraten bislang nur die Oppositionsrolle im Saarland geblieben - das könnte sich bald ändern.

Zweimal hat der Jurist Maas den bisherigen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU) als Spitzenkandidat bei Landtagswahlen vergeblich herausgefordert. Bei der nächsten Landtagswahl - bislang für 2014 geplant - will er einen neuen Anlauf nehmen. Dabei wird er auf eine neue Gegnerin treffen. Nach dem Abgang von Müller testete der 45-Jährige im vergangenen August schon einmal seine Chancen gegen dessen CDU-Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer - und zwang sie bei ihrer Wahl im Landtag zur neuen Regierungschefin immerhin in einen zweiten Wahlgang.

An der Spitze des Landesverbandes ist Maas trotz deutlicher Verluste bei der vergangenen Wahl 2009 unangefochten. Auf einem Parteitag im Mai 2011 wurde er zuletzt mit 94,5 Prozent für eine weitere Amtszeit bestätigt. «Im Saarland bleibt meine größte Herausforderung», betonte Maas vor einigen Monaten. Auch, wenn er sich als Mitglied des Parteipräsidiums - dem engeren SPD-Führungskreis - weiter bundespolitisch einbringen wolle.

Der aus Saarlouis stammende Maas, seit 1989 SPD-Genosse, wurde 1993 Juso-Chef an der Saar und ein Jahr später Landtagsabgeordneter. 1996 berief ihn sein politischer Ziehvater, der frühere SPD-Ministerpräsident und heutige Linken-Politiker Oskar Lafontaine, zum Umweltstaatssekretär. Zwei Jahre später bekam Maas den Posten als Umweltminister, mit 32 Jahren damals jüngster deutscher Minister.

In seiner Umgebung wird der asketisch wirkende Vater von zwei Söhnen als «geradlinig und authentisch» gelobt. Sein Motto: «Man darf den Menschen nichts versprechen, das man nicht halten kann.» Kritiker sagen ihm nach, nachtragend zu sein. So hält Grünen-Chef Hubert Ulrich ihm vor, noch heute beleidigt zu sein, weil die Grünen 2009 ein Bündnis mit CDU und FDP eingingen - statt mit SPD und Linken.

Regierung / Koalition / Saarland
07.01.2012 · 14:05 Uhr
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