News
 

Spannungen zwischen USA und Nordkorea verschärft

Nordkoreanische SoldatenGroßansicht
Washington/Seoul (dpa) - Nach den neuen nuklearen Drohgebärden Nordkoreas und der Verurteilung zweier US-Journalistinnen verschärfen sich die Spannungen zwischen Pjöngjang und Washington.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich am Montag «tief besorgt» über die Entscheidung des höchsten nordkoreanischen Gerichts, nach der die beiden Reporterinnen unter anderem wegen illegalen Grenzübertritts für zwölf Jahre in ein Arbeitslager sollen.

Nach den Worten von Außenministerin Hillary Clinton erwägen die USA derweil, das kommunistische Land wieder auf ihre Schwarze Liste terrorunterstützender Staaten zu setzen. Die USA dächten außerdem darüber nach, über eine UN-Resolution die internationale Gemeinschaft zu ermächtigen, nordkoreanische Atomtransporte auf dem Luft- oder Seeweg ins Ausland zu unterbinden.

Sollte es nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest und dem Abschuss mehrerer Kurzstreckenraketen zu keiner «starken Aktion» kommen, sei ein Wettrüsten in Nordostasien zu befürchten, sagte Clinton am Sonntag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC.

Clinton nannte das nordkoreanische Vorgehen «sehr provokativ und aggressiv» und einen möglichen Grund für die Rückkehr auf die Liste, von der Nordkorea im Oktober - noch unter der Bush-Regierung - gestrichen worden war. Nordkorea sollte damit für Zugeständnisse im Ringen um die Einstellung seines Atomwaffenprogramms belohnt und zu weiterem Entgegenkommen ermuntert werden.

Die beiden Journalistinnen wurden nach Angaben der staatlich kontrollierten nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA wegen «schweren Verbrechens gegen die koreanische Nation und illegalen Grenzübertritts» verurteilt. Beobachter spekulierten, dass das Regime in Pjöngjang die Frauen als Druckmittel bei möglichen Verhandlungen mit Washington benutzen könnte. Die USA debattieren zurzeit noch mit den anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats über eine Resolution zum weltweit verurteilten Atomtest in Nordkorea vom 25. Mai.

«Wir nutzen alle verfügbaren Kanäle, um ihre Freilassung zu erreichen», teilte Präsident Obama mit. Er rief abermals dazu auf, die beiden «aus humanitären Gründen» umgehend auf freien Fuß zu setzen. US-Medien zufolge sind der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Bill Richardson, oder Ex-Vizepräsident Al Gore im Gespräch, als Unterhändler in die Bemühungen um die Freilassung der beiden Reporterinnen eingeschaltet zu werden.

Weitere Details zu den Vorwürfen oder zum fünftägigen Prozess gegen die Reporterinnen, zu dem keine neutralen Beobachter zugelassen waren, wurden zunächst nicht bekannt. Rechtliche Mittel gegen das Urteil sind nicht möglich. Nordkoreanische Grenzposten hatten die koreanischstämmigen Journalistin Euna Lee und ihre chinesischstämmigen Kollegin Laura Ling am 17. März an der Grenze zu China aufgegriffen.

Die internationale Journalistenvereinigung Reporter ohne Grenzen hatte an die Justizbehörden in Nordkorea appelliert, Lee und Ling freizulassen. «Falls diese beiden Fernsehreporter den Fehler begangen haben, zu dicht an die nordkoreanische Grenze zu kommen, taten sie dies allein für journalistische Zwecke und nicht aus politischen Gründen oder für Spionagezwecke.»

Konflikte / USA / Nordkorea
08.06.2009 · 18:21 Uhr
[1 Kommentar]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
27.09.2016(Heute)
26.09.2016(Gestern)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen