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Spannungen nach Angriff auf türkische Botschaft

Schüsse in türkischer BotschaftGroßansicht

Tel Aviv/Istanbul (dpa) - Der Angriff eines Palästinensers auf die türkische Botschaft in Tel Aviv hat für neue Spannungen zwischen Israel und der Türkei gesorgt. Das Außenministerium in Ankara forderte einen besseren Schutz seiner diplomatischen Vertretung in der israelischen Küstenmetropole.

Ankara sei überrascht, wie leicht der Mann auf das Gelände der Botschaft vordringen konnte, zitierten türkische Medien einen Mitarbeiter des Ministeriums. Der Mann hatte für kurze Zeit Geiseln genommen.

Der Palästinenser hatte sich am Vortag mehrere Stunden lang mit einer Spielzeugpistole und einem Messer in der Botschaft verschanzt. Er bedrohte Mitarbeiter der Botschaft und forderte politisches Asyl in der Türkei. Sicherheitsleute der diplomatischen Vertretung überwältigten den Mann. Der 32-Jährige wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Bei dem Mann soll es sich um einen ehemaligen Kollaborateur handeln, der unter psychischen Problemen leidet. Ein Sprecher des Ichilow-Krankenhauses sagte am Mittwoch, er sei inzwischen in gutem Zustand wieder in die Obhut der Polizei entlassen worden. Ein Richter in Tel Aviv verlängerte seine Haft am Mittwoch um sieben Tage.

Der Palästinenser hatten den türkischen Konsul und dessen Frau kurzfristig in einem Raum in der Botschaft festgehalten. Die beiden konnten jedoch aus dem Gebäude entkommen. Der Palästinenser habe auch gedroht, die Botschaft «niederzubrennen», sollte man ihm kein Asyl gewähren.

Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte am Mittwoch, man werde vermutlich den äußeren Schutz der türkischen Botschaft verstärken. Der Zwischenfall habe «nicht gerade dazu beigetragen, die Spannungen (zwischen Ankara und Jerusalem) zu verringern», sagte Jigal Palmor.

Nach israelischen Medienberichten hatte sich der Palästinenser vor vier Jahren schon einmal in der britischen Botschaft verschanzt, die in der selben Straße liegt. Damals habe er nach acht Stunden aufgegeben. Anschließend sei deutlich geworden, dass er nur eine Spielzeugwaffe bei sich trug.

Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei - ehemals enge Bündnispartner - sind seit dem Gaza-Krieg zur Jahreswende 2008/2009 angespannt. Seit das israelische Militär am 31. Mai 2010 das türkische Hilfsschiff «Mavi Marmara» stürmte und neun Aktivisten tötete, herrscht Eiszeit.

Die «Mavi Marmara» wollte die israelische Seeblockade durchbrechen und direkt Hilfsgüter zu den Palästinensern im Gazastreifen bringen. Der israelische Angriff löste weltweit Bestürzung aus. Inzwischen untersucht eine Sonderkommission der Vereinten Nationen den blutigen Militäreinsatz im Mittelmeer.

Konflikte / Nahost / Türkei
18.08.2010 · 16:01 Uhr
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