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Spanier demonstrieren gegen ETA-Terror

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Palma de Mallorca/Madrid (dpa) - Nach dem Mordattentat auf zwei spanische Polizisten auf Mallorca haben Tausende von Spaniern gegen den Terror der baskischen Untergrundorganisation ETA demonstriert.

Im mallorquinischen Badeort Palmanova, wo zwei Beamte bei einem Bombenanschlag getötet worden waren, kamen am Freitagabend rund 5000 Menschen zu einer Anti-ETA-Kundgebung zusammen.

Zu der Demonstration unter der Parole «Alle gegen den Terrorismus» hatten die Regionalregierung der Balearen und andere offizielle Stellen auf Mallorca aufgerufen. In anderen spanischen Städten fanden ebenfalls Kundgebungen gegen den Terror der ETA statt.

Die Polizei setzte derweil die Fahndung nach den Attentätern fort. Das Madrider Innenministerium veröffentlichte Fahndungsfotos von sechs mutmaßlichen ETA-Terroristen. Unter den Gesuchten - vier Männer und zwei Frauen - könnten nach Angaben der Ermittler die Attentäter von Mallorca sein. «Die Terroristen müssen wissen, dass ihre Tage gezählt sind», sagte Spaniens Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega.

Die Fahndung konzentrierte sich nach Medienberichten auf ein Paar, das sich vor mehreren Tagen in der Inselhauptstadt Palma in eine Ferienwohnung eingemietet hatte. Die jungen Leute hätten Baskisch gesprochen und seien seit Donnerstag, dem Tag des Attentats, spurlos verschwunden, berichtete der staatliche Rundfunk RNE.

Die Ermittler gingen im Prinzip davon aus, dass sich die Attentäter noch auf der Insel versteckt hielten. Die Polizei errichtete Kontrollen auf dem Flughafen von Mallorca und in den Seehäfen der Insel. «Wir wollen den Attentätern das Entkommen so schwer wie möglich machen», sagte der Präfekt der Balearen, Ramón Socías.

Allerdings konnten die Fahnder auch nicht ausschließen, dass die Terroristen Mallorca bereits verlassen haben und auf dem spanischen Festland oder in Frankreich untergetaucht sind. Die Zeitung «El País» berichtete am Samstag in ihrer Internetausgabe, die Bombe, die am Donnerstag die zwei Polizisten tötete, sei mit einem Zeitzünder zur Explosion gebracht worden. Dies würde bedeuten, dass die Bombenleger genügend Zeit hatten, aus Mallorca abzureisen, bevor die Polizei ihre Kontrollen am Flughafen und in den Seehäfen errichtete.

In der Kathedrale von Palma de Mallorca fand am Freitag eine Trauerfeier für die getöteten Polizeibeamten statt. An dem Gottesdienst nahmen der spanische Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia teil. Zuvor hatten Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und Oppositionsführer Mariano Rajoy den Toten die letzte Ehre erwiesen.

Terrorismus / ETA / Spanien
01.08.2009 · 09:08 Uhr
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