Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, forderte die Politiker Griechenlands auf, schnell eine stabile Parlamentsmehrheit für den Reformkurs zu finden. Zugleich kritisierte Juncker die an Griechenland gerichtete Drohungen über ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro als "Unsinn" und "Propaganda". Das sei nicht der Umgangsstil mit Partnern, Kollegen, Freunden und Bürgern der EU.
In der festgefahrenen Lage nach den griechischen Parlamentswahlen hat Staatspräsident Karolos Papoulias die Bildung eines Technokraten-Kabinetts vorgeschlagen. Um das Land vor dem Bankrott zu bewahren, habe Papoulias vorgeschlagen, eine vom Parlament gestützte Experten-Regierung zu bilden, sagte der Chef der sozialistischen Pasok-Partei, Evangelos Venizelos. Die Gespräche sollen am Dienstag um 13.00 Uhr (MESZ) fortgesetzt werden.
Eine Entscheidung über seinen Nachfolger als Chef der Eurogruppe erwartet Juncker erst Ende des kommenden Monats. Auch über die anderen wichtigen Finanzposten in Europa, die zur Besetzung anstehen, wurde kein formeller Beschluss der Eurogruppe gefasst. Dazu gehört ein Sitz im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), der Vorsitz für den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) sowie das Präsidentenamt der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE).
DJG/apo