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Somalische Minister bei Anschlag getötet

Soldaten am Ort eines Anschlags in Mogadischu. (Archivbild)Großansicht
Mogadischu (dpa) - Drei Minister der somalischen Übergangsregierung sind am Donnerstag bei einem Selbstmordanschlag in der Hauptstadt Mogadischu getötet worden.

Mit ihnen starben mindestens 16 weitere Menschen, als sich ein als Frau verkleideter Selbstmordattentäter in einem Hotel in die Luft sprengte, wie Augenzeugen und Sicherheitskräfte berichteten. Mindestens 40 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Zum Zeitpunkt des Anschlags fand in der Hotelhalle eine Abschlussfeier für Studenten der Benadir-Universität statt, die seit 2002 ein Medizinstudium anbietet. Viele Ärzte sind in dem von Bürgerkrieg und Gewalt zerrütteten Somalia in den vergangenen Jahren getötet worden oder außer Landes geflohen.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die Opferzahl könnte sich weiter erhöhen, da Ärzte weiter um das Leben von mehreren Schwerverletzten kämpften.

In jüngster Zeit hat es in Somalia vermehrt Selbstmordanschläge der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz gegeben, die gegen die vom Westen unterstützte Regierung kämpft. Unter den Toten waren nach offiziellen Angaben die drei Minister für Gesundheit, Bildung und Hochschulen des Krisenstaates. Der Minister für Jugend und Sport wurde schwer verletzt. Ums Leben kamen auch ein Kameramann des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija und ein Journalist des somalischen Radiosenders Shabelle.

Insgesamt hatten mehrere hundert Studenten, deren Angehörige, Dozenten und Regierungsvertreter an der Feier im Hotel «Shamo» teilgenommen, von denen Dutzende teils schwer verletzt wurden. Das Hotel liegt in dem von der Regierung kontrollierten Gebiet der Hauptstadt und nur einen Kilometer vom Hauptquartier der Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) entfernt, die im September selbst Ziel eines schweren Anschlags war.

Augenzeugen berichteten, sie hätten einen Mann gesehen, der das Hotel betreten und einen Sprengstoffgürtel gezündet habe. Die Sicherheitskräfte des Hotels sagten, der Täter habe sich wohl in der Menschenmenge versteckt. Nach unbestätigten Angaben soll sich der Attentäter als verschleierte Frau verkleidet haben. Nach Informationen des Rundfunksenders Radio Shabelle betrat der Angreifer das Hotel mit einer Einladung zu der Abschlussfeier. Der Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, es gebe auch Berichte über eine unter dem Podium versteckte Bombe.

Im September waren in Mogadischu bei einem doppelten Selbstmordanschlag 17 Soldaten der AU-Friedenstruppe getötet und mehr als 40 Menschen verletzt worden. Die Al-Shabaab-Miliz, die von den USA als Terrororganisation mit Verbindung zum Terrornetz El Kaida eingestuft wird, hat große Teile Somalias einschließlich Mogadischus unter Kontrolle. Die Übergangsregierung des gemäßigten Islamisten Sheik Sharif Ahmed stützt sich vor allem auf die rund 5000 Soldaten der aus Uganda und Burundi stammenden AU-Friedenstruppen.

Terrorismus / Somalia
03.12.2009 · 16:27 Uhr
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